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Kurzfassung: Mode made in Bremen

Die Modedesignerin Sigrid Schumacher stellt exklusive Mode für Frauen her. Ihre Kollektionen präsentiert sie auf Laufstegen von Berlin bis New York – doch Bremen ist und bleibt ihre Kreativzentrale. Foto: Focke Strangmann
Die Modedesignerin Sigrid Schumacher stellt exklusive Mode für Frauen her. Ihre Kollektionen präsentiert sie auf Laufstegen von Berlin bis New York – doch Bremen ist und bleibt ihre Kreativzentrale. Foto: Focke Strangmann

In Bremen Mode entwerfen und auf den Laufstegen von Berlin und New York präsentieren: Kein Problem, sagt Modedesignerin Sigrid Schumacher und lebt das seit 20 Jahren vor. Die neueste Kollektion der Bremerin wird auf der "Berlin Fashion Week" zu sehen sein.

Wenn es vom 2. bis 7. Juli wieder zum Stelldichein der nationalen und internationalen Modeszene in der Hauptstadt kommt, wird auch Sigrid Schumacher an vorderster Front dabei sein – ihre Kollektion "Dare!" ("Trau dich!") ist Teil des Programms. In einer rund 20-minütigen Modenschau wird sie vom Tages- und Nachmittagsoutfit über Bademode und Abendgarderobe bis hin zum Brautkleid ihre Modelinie für den Sommer 2014 präsentieren. In ihrem Bremer Atelier brummt es deshalb seit Wochen.

Sigrid Schumacher gründete 1993 ihr eigenes Label "PROTOTYPE.Schumacher", das für Mode made in Bremen steht. Sie konzentriert sich dabei auf exklusive Mode für Frauen. "Mode ist nicht nur ein Fetzen Stoff, Mode ist Kommunikation. Ich gebe Frauen die Möglichkeit, sich so darzustellen, wie sie möchten", sagt die Designerin. Für sie selbst ist Mode ein kreativer Prozess, ein Ausdruck ihrer Auseinandersetzung mit dem, was sie umgibt. So entspringt der Titel der aktuellen Kollektion „Dare!“ der Beschäftigung mit weiblichen Rollenbildern. Das Motto ist als frohgemute Aufforderung zu verstehen, alte Zöpfe abzuschneiden. "Man muss nicht auf Dinge wie Schönheit verzichten, um emanzipiert zu sein."

Sigrid Schumacher stattet Schauspielerinnen, Moderatorinnen und Theaterproduktionen aus, sie hat Stammkundinnen aus ganz Deutschland. Zeitlos elegant, qualitativ hochwertig: Qualität in Material, Verarbeitung und Design sind Eckpfeiler ihrer Unternehmensphilosophie. "Ich bin Hanseatin und fühle mich bestimmten Grundsätzen verpflichtet", betont die 52-Jährige. Verwendet werden nur ausgesuchte, hochwertige Stoffe. Genäht und produziert wird in Bremen.

Standortvorteil mit Bodenhaftung

Nicht in den deutschen Modezentren Berlin oder Düsseldorf beheimatet zu sein, empfindet Schumacher keinesfalls als Nachteil. "Es ist ein absoluter Standortvorteil, weil die Lebensgrundlagen hier toll sind." Modeschöpfung lebe schließlich von Inspiration – und die schöpft die Designerin unter anderem auch aus Gesprächen mit den Frauen, die ihre Kleider tragen. Zweimal die Woche steht sie hinter dem Tresen ihrer Boutique in Bremens Szeneviertel Ostertor, um diese Bodenhaftung nicht zu verlieren.

Dass sie einmal Mode machen würde, habe sie bereits mit elf Jahren beschlossen, erinnert sich Schumacher. Der Auslöser war die Fernsehsendung "Neues vom Kleidermarkt". Die farbenfrohe Kollektion des japanischen Modemachers Kenzo Takada, einer der einflussreichsten Modedesigner der siebziger Jahre, habe sie damals begeistert. "Da wusste ich: Das willst du auch machen – etwas, was so schön ist und Freude verbreitet." Viel später folgten das Modestudium, erste Engagements im Ausland und für Modeunternehmen in Süddeutschland.

Flammenkleid für Sarah Conner entworfen

1993 gründete die Modedesignerin Sigrid Schumacher ihr Label PROTOTYPE.Schumacher und hat heute Stammkundinnen in ganz Deutschland. Regelmäßig ist sie in ihrer Boutique im Bremer Szeneviertel Ostertor anzutreffen. Foto: Focke Strangmann
1993 gründete die Modedesignerin Sigrid Schumacher ihr Label PROTOTYPE.Schumacher und hat heute Stammkundinnen in ganz Deutschland. Regelmäßig ist sie in ihrer Boutique im Bremer Szeneviertel Ostertor anzutreffen. Foto: Focke Strangmann

Kurz nach der Gründung des eigenen Labels kam ein erster Anruf aus Düsseldorf, man wolle ihr eine Modenschau sponsern. So kam alles ins Rollen. "Ich habe das erst für einen Aprilscherz gehalten, aber sie wollten tatsächlich Jungdesigner sponsern. Dann ging es natürlich mit wehenden Fahnen nach Düsseldorf." Entstanden sind seither zahlreiche Kollektionen und Einzelanfertigungen wie etwa das Flammenkleid für Sarah Connor, das 2002 in der ZDF-Sendung "Wetten, dass.. ?" für Aufsehen sorgte. Die ersten 20 Jahre ihres Labels wird Schumacher Ende September in der Bremer Böttcherstraße unter anderem im Rahmen einer Modefotografie-Ausstellung Revue passieren lassen.

Doch zuerst geht es nach Berlin. Kurz vor der Präsentation wird es vermutlich sein wie immer: Das Lampenfieber steigt und paart sich mit dem Gedanken "Hier hätte man noch...". Aber eigentlich weiß Sigrid Schumacher: Jedes Detail ist wohlüberlegt und zigmal kontrolliert worden. Der Beginn ist dann nicht nur für das Publikum, sondern auch für die Designerin einzigartig: "Dann fügen sich alle Puzzleteile zusammen. Das Gesamtbild sehe auch ich in dem Moment zum ersten Mal", sagt sie.
Viel wird vor einer Modenschau in der plagiatsgeprüften Branche traditionell nicht verraten, Sigrid Schumacher sagt aber so viel: Das Opening ist mit der Sängerin Aranea Peel vorgesehen, die bisweilen mit Nina Hagen verglichen wird. Sie wird den Marlene-Dietrich-Chanson "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt"
singen und dabei natürlich ein Kleid aus der Kollektion von Sigrid Schumacher tragen. "Das Kleid wird dramatisch sein", freut sich die Designerin.

Mehr unter www.prototype-schumacher.de

4.609 Zeichen, Autorin: Astrid Labbert

Pressekontakt:

Sigrid Schumacher

PROTOTYPE.Schumacher

E-Mail: info[at]prototype-schumacher.com

Erstellungsdatum: 20.06.2013