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Kurzfassung: Das Gold der Frauen

Der Westafrikaner Djibril Inoussa ist mit Sheabutter aufgewachsen. Er ist von der Wirkung des naturbelassenen Produktes überzeugt. Dafür sieht er auch in Deutschland einen Markt.

Mit Sheabutter kennt sich Djibril Inoussa aus, er ist mir ihr groß geworden. Sie wird aus den Nüssen des Karitébaums gewonnen, der in Afrika als heilig gilt. Als Kind war Inoussa in seinem Heimatland Benin in Westafrika bei der Ernte und der Weiterverarbeitung oft dabei. Seine Mutter arbeitete so wie die meisten Frauen im Dorf in einer der traditionellen Kooperativen, die die Nüsse sammelten und Sheabutter herstellten. In seiner Heimat wird Sheabutter auch als "das Gold der Frauen" bezeichnet: Das reichhaltige Pflanzenfett wird nicht nur bei sehr trockener Haut verwendet, sondern auch zur Wundheilung, bei Neurodermitis und zur Pflege von Narben. An diese Tradition wollte Inoussa in seiner Wahlheimat Bremen anknüpfen: Der 47-Jährige verkauft Sheabutter in ihrer Reinform, so wie man sie in Deutschland kaum kennt.

Enttäuscht von Sheabutter-Produkten in Europa

Als Djibril Inoussa mit Anfang 20 für sein Betriebswirtschaftsstudium nach Europa ging, lag es nahe, dass er sich umschaute, welche Sheabutter-Produkte dort angeboten wurden. "Jedes Mal, wenn ich etwas entdeckte, fühlte ich mich erst einmal angesprochen", sagt er. Es schien ein Stück Heimat zu sein. Doch er wurde enttäuscht. An die Qualität, wie er sie von zu Hause kannte, kamen die Produkte nach seinem Empfinden nicht heran. Denn Sheabutter wird in Europa hauptsächlich raffiniert verkauft. "Dadurch gehen aber auch wertvolle Inhaltsstoffe verloren", sagt er.

Inoussa blieb in Deutschland, heiratete, bekam mit seiner Frau zwei Kinder. Mit seinem Geburtsland blieb er aber immer stark verbunden; als Berater in der Produktentwicklung flog er oft nach Afrika. Das Thema Sheabutter ließ ihn nicht los, er wusste von seinen Eltern viel über ihre Wirkung. Er schrieb ein Buch darüber. Das Interesse daran ermutigte ihn, noch einen Schritt weiter zu gehen. Denn letztlich fehlte das richtige Produkt für seine Anwendungstipps. Als Betriebswirt sah er eine Marktlücke in Deutschland für die traditionell hergestellte pflanzliche Creme.

Tochter Zami-Ola als Firmenlogo

So gründete Djibril Inoussa zusammen mit seiner Frau Annette die Marke "Yokumi". Das Wort bedeutet in der westafrikanischen Ewe-Sprache Sheabutter. Er entwarf ein Firmenlogo – den Schattenriss des Kopfes seiner inzwischen 17-jährigen Tochter Zami-Ola. Vor sechs Jahren orderte er die ersten Cremedosen. Djibril Inoussa war nach eigenen Angaben der Erste, der in Deutschland Bio-Sheabutter in unraffinierter Qualität als zertifizierte Naturkosmetik anbot. "Du bist verrückt, das interessiert niemanden", musste er sich damals von vielen anhören. Die kritischen Stimmen hatten Unrecht.

Doch der Weg zum Erfolg war steinig. "Am Anfang war es schwer, Läden zu überzeugen, unraffinierte Sheabutter in ihr Sortiment aufzunehmen", sagt Djibril Inoussa. Denn das Produkt war nicht so blütenweiß und geruchsneutral wie die bekannten Cremes. Seine ist gelblich, hat einen markanten Geruch und ist eher fest. Er ging auf Messen und Märkte und erklärte die Vorteile. "Ich bin durch ganz Deutschland mit Proben im Gepäck gereist", erzählt der Wahl-Bremer. Erste Kunden mit Hautproblemen waren zufrieden, empfahlen "Yokumi" weiter. Djibril Inoussa liefert seine Produkte inzwischen bundesweit an 80 Bioläden und vertreibt sie von seinem heimischen Büro in Bremen-Vegesack über einen eigenen Onlineshop.

"Afrika kann mehr sein als ein Rohstoff-Lieferant"

Doch es geht ihm nicht nur um das Geschäft. Er weiß, wie wichtig es für Afrika ist, nicht nur Rohstoffe zu verkaufen, sondern im eigenen Land auch Produkte herzustellen. Für Benin ist die Sheanuss nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung das drittwichtigste Exportprodukt. "Beim Export von Rohnüssen findet aber keine Wertschöpfung statt. Das hat mich immer aufgeregt", sagt Inoussa. Große Rohstoffhersteller etwa kaufen die Nüsse, verarbeiten sie außerhalb von Afrika und geben sie weiter an die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie. Nüsse, die vor Ort zu Sheabutter verarbeitet werden, bringen den afrikanischen Kooperativen wesentlich mehr Einnahmen und somit ein besseres Leben, sagt Djibril Inoussa.

Deshalb lässt er seine Produkte in einer Frauen-Kooperative herstellen. Hier weiß er, dass er die Qualität bekommt, die er gewohnt ist. "Die Herstellung von Sheabutter ist eine Kunst", sagt er. "Um sie zu beherrschen braucht man viel überliefertes Wissen, Erfahrung, Geduld und Feingefühl bei jedem einzelnen Produktionsabschnitt." Er weiß, dass die Frauen in Benin das alles besitzen.

Zeichen: 4.699, Autorin: Janet Binder

Mehr unter: www.yokumi.de

Pressekontakt

Djibril Inoussa

info[at]yokumi.de

Erstellungsdatum: 19.03.2016