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Schreibtisch unterm Leuchtfeuer

Foto des Molenturms
Die Schriftsteller Sebastian Polmans (li.) und Sönke Busch sind seit Jahrzehnten die ersten, die wieder im Molenturm arbeiten. Früher residierte darin ein Hafenaufseher. Foto: Christina Vogelsang

Seit 1926 weist das grüne Leuchtfeuer des Molenturms am äußersten Zipfel des früheren Bremer Überseehafens Schiffen den Weg. Erstmals seit langem gehen in dem Turm auch wieder Menschen ein und aus. Im August beherbergt das Gemäuer zwei Autoren. Auf Anregung der Bremer Kulturinitiative "Randpflanzen" sollen sie das Geschehen in der Überseestadt literarisch verarbeiten, wie der zurzeit in den alten Hafenrevieren entstehende Stadtteil heißt. "Der Turm wird zum Resonanzkörper", schreibt etwa der Student Sebastian Polmans über die Geräusche um ihn herum. "Das Knarren der Abrissbirnen, das Donnern von Metallscheiben, die Bewegungen im Mulm, das Geschrei ungeborener Stadtkinder."

Der 25-jährige Polmanns studiert Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Von seinem Schreibtisch im runden Turmzimmer aus kann er den Blick über die Weser und die Industriekulisse schweifen lassen. Nach ihm nutzt der Bremer Autor Sönke Busch den idyllischen Arbeitsplatz. Im "Ephmeristan", einem Veranstaltungsort in der Überseestadt, lesen die beiden im August aus ihren Molenturm-Geschichten vor.

www.ephmeristan.de

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