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Das Ohr nah am Urknall

Ein Antennenfeld wie das im Vordergrund errichten Forscher unter Bremer Führung ab Ende des Jahres bei Jülich. Auf dem Foto ist das bereits errichtete Feld bei Effelsberg unweit von Bonn zu sehen, im Hintergrund das alte Effelsberg-Radioteleskop.
Ein Antennenfeld wie das im Vordergrund errichten Forscher unter Bremer Führung ab Ende des Jahres bei Jülich. Auf dem Foto ist das bereits errichtete Feld bei Effelsberg unweit von Bonn zu sehen, im Hintergrund das alte Effelsberg-Radioteleskop. Foto: Wolfgang Reich, MPIfR

Wie sah die Kinderstube des Universums kurz nach dem Urknall vor rund 14 Milliarden Jahren aus? Das wollen Forscher ab 2009 mithilfe des größten Radioteleskops der Welt herausfinden, dessen Herzstück in den Niederlanden entsteht. Ein Teil davon ist ein fußballfeldgroßes Antennenfeld nahe dem nordrhein-westfälischen Jülich, das unter Bremer Führung aufgebaut wird.

"Wir werden uns erstmals ein Bild vom dunklen Zeitalter des Weltalls machen", erwartet der Astrophysiker Professor Dr. Marcus Brüggen von der Bremer Jacobs University unter anderem. Die Forscher hoffen nämlich, Strahlung aufzufangen, die sich etwa 100 bis 200 Millionen Jahre nach dem Big Bang auf den langen Weg gemacht hat. Damals war das Universum noch undurchsichtig, nur langsam entstanden die ersten Sterne.

Brüggen führt ein Konsortium von sechs deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen an, das ab Ende des Jahres das Antennenfeld bei Jülich aufbaut. Die Anlage ist die vierte von geplanten sieben in Deutschland, 36 entstehen in den Niederlanden. Für Brüggen auch ein Reiz des Projekts: "Immer, wenn man einen neuen Bereich erschließt, entdeckt man auch etwas ganz Unerwartetes."

www.lofar.org
www.mpifr-bonn.mpg.de/div/lofar

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Pressekontakt:

Jacobs University Bremen gGmbH

Prof. Dr. Marcus Brüggen
Campus Ring 1
28759 Bremen