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Mit dem Roland der Finanzmarktkrise trotzen

Bild von Kurt Beta mit dem Roland in der Hand
Kurt Beta nimmt den Roland als bare Münze. Foto: Imke Zimmermann

Wie sich unabhängig machen vom Finanzmarkt und seinen Krisen? Eine Antwort haben kreative Bremer gefunden. Sie bezahlen seit 2001 einen Teil ihrer Einkäufe und Dienstleistungen in der erfundenen Zahlungseinheit "Roland". Damit begründeten sie das Vorbild für rund 45 funktionierende "Regionalwährungen" in Deutschland.

Die Idee wurde geboren, um Öko-Bauern, -Händlern und -Konsumenten zu helfen. Üblicherweise fließe Finanzkraft dahin, wo es die höchste Rendite zum Beispiel durch Zinsen bringe, erklärt Roland-Aktiver Kurt Beta. Das habe zusammen mit dem Zinseszinseffekt die jetzige Krise mit verursacht, denn dieser Effekt führe zu exponentiellem Wachstum der Geldvermögen, dem entsprechende Schulden gegenüberstünden. Hinzu kämen dann noch die Spekulationsgewinne.

"Wir bauen einen kleinen Damm, um das Geld zeitweise in der Region zu halten", erklärt der pensionierte Lehrer und Mitbegründer des Trägervereins "Roland-Regional". Für zehn Euro kann man im Roland-Wirtschaftsring Mitglied werden und die Ringwährung nutzen. Zinsen sind abgeschafft. Stattdessen altert das Roland-Guthaben genau wie die Produkte, für die es ausgegeben wird. Es verliert jeden Monat ein Prozent an Wert - was die Kunden bewegt, es auszugeben, daher den Umlauf sichert und sogar beschleunigt. Die höchst erfolgreiche Regionalwährung im Chiemgau etwa laufe dreimal schneller um als der Euro, so Beta.

Mittlerweile hat der Wirtschaftsring rund 180 Mitglieder in Bremen und Umgebung, davon 90 Firmen. Darunter sind Naturkostladen, Reformhaus, Buchladen und Fotokopiergeschäft, Installateur, Schlachter und Tankstelle. Sie akzeptieren den Roland und handeln damit untereinander. Bei Privatleuten ohne Roland-Einkommen zieht der Verein den ausgegebenen Betrag vom Bank- (= Euro-) Konto ein.

"Es ist schon ein Beispiel für eine Alternative zum herkömmlichen Finanzsystem", so Beta. Um sich daran zu beteiligen, seien nur etwas Aufmerksamkeit für die sozialen Verhältnisse und etwas Initiative nötig. Dann komme es allmählich zu einem neuen Geldbewusstsein - weg von dem gängigen Wunsch, mit Geldbesitz Gewinn zu machen.

Mehr unter www.roland-regional.de

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Roland Regional

E-Mail: info[at]roland-regional.de