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Mit Party-Sound und Jazz zu Weltruhm

Auf der Bühne fühlt sich James Last am wohlsten. Mit 80 Jahren tourt er wieder um die Welt.
Auf der Bühne fühlt sich James Last am wohlsten. Mit 80 Jahren tourt er wieder um die Welt. Foto: Fabrice Demessence

Für James Last ist die Sache klar: "Andere fahren zur Kur - ich geh auf Tour." Der wohl bekannteste lebende Bremer der Welt will zum 80. Geburtstag noch einmal richtig durchstarten.

Er spricht seinen Nachnamen noch immer mit kurzem "a" aus. Last wie Lastwagen. Auch wenn James Last, der am 17. April dieses Jahres 80 Jahre alt wird, schon lange in Florida lebt, erinnert er sich noch genau an seine Kindheit und Jugend in Bremen: an das kleine Häuschen im Stadtteil Sebaldsbrück, in dem er aufwuchs. An das sommerliche Schwimmen in der Weser. An die alte Linienführung der Straßenbahnen. Und daran, wie er als dritter Musiker zum neu gegründeten Rundfunkorchester von Radio Bremen stieß.

Hansi macht nicht viel Getue

"Hansi" nennen ihn besonders seine Bremer Fans gern. Denn eigentlich heißt er ja Hans. James - das war eine Idee der Plattenfirma. Weil es internationaler klang. Doch im Herzen ist der Orchesterchef ein echter Hanseat geblieben: Einer, der nicht viel Getue um seine Person macht und keinen Sinn für pathetische Übertreibungen hat. "Ich weiß ja, wo ich herkomm‘", sagt der Sohn eines Gaszähler-Ablesers knapp.

Auch die Bremer wissen, wo die Wurzeln des Weltstars liegen - und deshalb erhält Last im Jahr seines runden Geburtstags gleich zwei der höchsten Auszeichnungen, die das Bundesland zu vergeben hat. Im Frühjahr wird er sowohl mit der Senatsmedaille für Kunst und Wissenschaft geehrt als auch zum Ehrensenator der Hochschule für Künste Bremen ernannt.

Abseits von seinem unverwechselbaren "Happy Sound" hat sich James Last als Jazzmusiker hohes Ansehen erarbeitet. Für ihn sind solche Differenzierungen zwischen "unterhaltender" und "ernster“ Musik jedoch unwichtig: "Wir spielen das, was mir und was dem Orchester gefällt", sagt er.

Von Bizet bis Shakira

Schmiedet keine Rückzugspläne: James Last.. Foto: Fabrice Demessence
Schmiedet keine Rückzugspläne: James Last.

Und das ist offensichtlich eine ganze Menge: Egal, ob George Bizet oder Pink, Ännchen von Tharau oder Shakira - in Lasts Konzerten ist Platz für verschiedenste Klangwelten. Seinen Musikgeschmack künstlichen Grenzen zu unterwerfen, ist einfach nicht seine Sache. "Das Alte wird modernisiert und das Neue für uns spielbar gemacht", sagt er. "Es gibt so viele junge Leute, die tolle Musik machen."

James Last hat für alles ein Ohr. Vor allem aber für seine Musiker. Die Talente seiner 60 Orchestermitglieder optimal zur Geltung zu bringen - das ist ihm wichtig. Anderthalb Jahre lang feilt er vor jeder neuen Tournee an den Arrangements. "Ich schreibe sie den Musikern auf den Leib. Sie sollen sich auf der Bühne wohlfühlen."

Joachim Refardt hat den Orchesterchef vier Jahre lang als Keyboarder auf Tourneen begleitet und schwärmt von dieser Zeit bis heute: "Ich kann nur das Beste über ihn sagen." Ein autoritärer Orchesterchef sei Last nicht, findet der Bremer. "Er hat zwar einen hohen musikalischen Anspruch, aber den setzt er nicht durch autoritäres Gehabe durch. Er hat einfach eine enorme Energie, eine Begeisterung, mit der er alle im Orchester ansteckt. Am meisten hat mich aber verblüfft, wie unkompliziert und bodenständig er trotz seines großen Erfolgs geblieben ist."

"Eine tolle Sache"

Eigenschaften, die schnell deutlich werden, wenn James Last auf die bevorstehenden Ehrungen aus der Heimatstadt angesprochen wird. "Das ist schon eine tolle Sache", murmelt er dann fast ein wenig verlegen. Er weiß, dass Erfolg keine Selbstverständlichkeit ist, selbst dann nicht, wenn man den Durchbruch geschafft hat.

Mitte der 80er Jahre saß er auf einem Schuldenberg von 15 Millionen US-Dollar – dank falscher Berater, wie er in seiner Autobiografie schreibt. "Geld hat für mich eigentlich nie eine Rolle gespielt", sagt er rückblickend. "Es hat mich nur in dem Moment getroffen, als ich nicht mehr wusste, wie ich das Orchester weiterfinanzieren sollte." Inzwischen ist James Last seine Schulden los und blickt auf diese Zeit mit altersmilder Gelassenheit zurück: "Da war ich ja noch jünger und es war alles möglich. Der heutige Zusammenbruch auf der ganzen Welt, der ist viel, viel schlimmer."

Umso froher sei er, dass der Vorverkauf für seine Tournee "Mit 80 Jahren um die Welt" - in Deutschland ist er ab dem 23. April unterwegs - trotz der Finanzkrise sehr gut laufe. "Ehrlich gesagt, ich bin erstaunt." Ohnehin sei die öffentliche Wertschätzung seiner Musik im Laufe der Jahre gewachsen: "Früher war das eher so, dass die Leute mit einem Bierdeckel ankamen und ein Autogramm drauf haben wollten. Heute kommen ganz tolle Briefe an, von Leuten, die sich bedanken." Das genießt er.

Rückzugspläne schmiedet James Last nicht: "Mein Leben könnte nicht schöner sein. Ich möchte so weitermachen." Zwar trug bereits seine Tournee vor zweieinhalb Jahren den Titel "Last Tour". Aber das sei ja nur ein Wortspiel gewesen. Eines mit kurzem "a".

Mehr unter www.jameslast.com

4.788 Zeichen, Autor: Thomas Joppig

Pressekontakte:

Tourneeveranstalter: Semmel Concerts

Dagmar Borgholte

E-Mail: borgholte.dagmar[at]semmel.de

Hochschule für Künste Bremen

Klaus Schloesser

E-Mail: k.schloesser[at]hfk-bremen.de

Senatskanzlei Bremen

Hermann Kleen

E-Mail: office[at]sk.bremen.de