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Antworten auf schwierige Fragen dank theoreticus

Foto von Dr. Andree Kirchner
Wissensmakler mit innovativer Geschäftsidee: Dr. Andree Kirchner. Foto: theoreticus GmbH

Ein Maschinenbauer hat eine Fachfrage zu Eigenschaften einer speziellen Flüssigkeit. Die Internetrecherche führt ins Uferlose, für den Bibliotheksbesuch hat er keine Zeit. Vielleicht wäre beides auch chancenlos, weil die Frage so speziell ist. Was tun? Nicht verzagen, "theoreticus" fragen! So heißt ein neuartiges Netzwerk, das Wissen schnell, präzise und verlässlich vermakeln will. Und zwar mithilfe menschlicher Experten, nicht Datenbanken.

theoreticus ist nach Angaben seiner Schöpfer einzigartig. Gegründet hat es die theoreticus GmbH, die Universität Bremen und die Hochschule Bremerhaven sind Kooperationspartner der ersten Stunde, weitere Partner wollen sie mit ins Boot holen. Die Funktionsweise: Wer eine Frage hat, registriert sich auf der Homepage des Netzwerks und schildert dort das Problem. Je nach gewünschtem Umfang von Antwort und Bearbeitungszeit bieten die Frager dann ein Honorar. Für einen Absatz liegt das Minimum bei 50 Euro, für einen Bericht bei 200 Euro und für ein Gutachten bei 500 Euro. Nach oben gibt es keine Grenze: Die Ratsuchenden bieten, was ihnen ihr Anliegen wert ist.

Nach dem Windhund-Prinzip melden sich Spezialisten aus den Hochschulen oder der Wirtschaft, die die Antwort liefern wollen. Die Hälfte des Honorars verdienen sie, die andere geht an die GmbH und an Universität bzw. Hochschule, wenn die Experten dort angestellt sind. "Das soll unter anderem einen Ausgleich dafür schaffen, dass sie die Fragen in ihrer Arbeitszeit beantworten", sagt theoreticus-Geschäftsführer Professor Dr. Andree Kirchner.

Experten in ganz Deutschland gesucht

Das Projekt startete um den Jahreswechsel und steht noch am Anfang. Die ersten Anfragen seien eingegangen, sagt Kirchner, will aber aus Datenschutzgründen keine Einzelheiten nennen. Bislang stehen allerdings erst 50 Experten aus den beiden Hochschulen und der Bremer Wirtschaft für Auskünfte zur Verfügung - "wir möchten 100 noch im ersten Quartal erreichen." Sehr gern gesehen sind darum weitere Hochschullehrer und -mitarbeiter aus ganz Deutschland und vor allem Wirtschaftspraktiker, denn aus diesem Kreis machen erst wenige mit.

Fachlich ist theoreticus nicht festgelegt: Die meisten Experten kämen bislang aus technischen und naturwissenschaftlichen Gebieten, "vermutlich wegen einer gewissen Affinität zum Thema". Ihre Kompetenz müssen die Spezialisten durch geeignete Dokumente nachweisen, die bei theoreticus geprüft werden. Kommt es doch einmal zum Streit um die Qualität einer Antwort, soll ein Schlichtungsdialog helfen.

Neben der allgemein zugänglichen Internet-Variante vertreibt die Gesellschaft auch eine Lösung für Intranet. Gedacht ist sie für große Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, über deren gesammeltes Know-how allenfalls noch die Personalabteilung den Überblick hat. Im Intranet können die Firmen nun ihr eigenes Wissensnetzwerk für und von Mitarbeiter/n aufbauen. Die Idee kommt Kirchner zufolge an, der zu Details aber noch schweigt: "Wir verhandeln derzeit über Lizenzen für Unternehmen aus Industrie und Bankenwesen."

Mehr unter www.theoreticus.de

3.114 Zeichen, Autorin: Imke Zimmermann

Pressekontakte:

Theoreticus GmbH

Professor Dr. Andree Kirchner

E-Mail: kirchner[at]theoreticus.de

Universität Bremen

UniTransfer
Dr. Martin Heinlein

E-Mail: heinlein[at]uni-bremen.de

Hochschule Bremerhaven

Konrektor Professor Dr. Peter Ritzenhoff

E-Mail: peter.ritzenhoff[at]hsbremerhaven.de