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Neue Therapien gegen Diabetes?

Dr. Kathrin Maedler bei der Arbeit. Im Hintergrund: Insulinproduzierende Zellen unter dem Mikroskop. Foto: Uni Bremen
Dr. Kathrin Maedler bei der Arbeit. Im Hintergrund: Insulinproduzierende Zellen unter dem Mikroskop. Foto: Uni Bremen

Neue Therapien gegen Diabetes: Dazu könnte eine Entdeckung von Bremer Wissenschaftlern vom Fachbereich Biologie/Chemie der Bremer Universität führen. Dr. Kathrin Mädler und ihr Team im Centre for Biomolecular Interactions haben bei Betroffenen einen körpereigenen Botenstoff entdeckt, der für Entzündungen sorgt und wesentlich mitverantwortlich für die Zerstörung der Insulin produzierenden Beta-Zellen ist.

Der Stoff mit dem Namen CXCL10 entsteht beim Typ-1-Diabetes, bei dem die Beta-Zellen durch körpereigene Immunsystem zerstört werden. Dieser Entzündungsfaktor greift die Beta-Zellen an, die das Insulin produzieren. Gibt es zu wenige Beta-Zellen, kommt es zu der gefährlichen Überzuckerung.

Für den Diabetes vom Typ 2, auch bekannt als Altersdiabetes, werden vor allem Übergewicht, Bewegungsmangel und erbliche Veranlagung verantwortlich gemacht. Auch hier bricht die Krankheit aus, wenn nicht mehr genügend Beta-Zellen vorhanden sind, um den erhöhten Insulinbedarf zu decken. Bei dem Typ 2 fand die Gruppe um Kathrin Mädler ebenfalls den Marker CXCL10. Darum glauben die Wissenschaftler, dass auch hier Entzündungsvorgänge eine Schlüsselrolle spielen.

"Wenn wir die Zellen vor dem entzündlichen CXCL10 schützen könnten, wäre es möglich, die Zerstörung der Beta-Zellmasse zu verhindern, die zum Ausbruch der Zuckerkrankheit führt", sagt Dr. Kathrin Mädler. "Wir hoffen, dass wir daraus eine Therapie entwickeln können."

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Pressekontakt:

Universität Bremen

Dr. Kathrin Mädler

E-Mail: kmaedler[at]uni-bremen.de