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Kaffee auf Zuruf

Frau Edelweiß und Dr. Hui Shi verstehen sich - mit Hilfe von Mikrophon und komplizierter Technik.
Frau Edelweiß und Dr. Hui Shi verstehen sich - mit Hilfe von Mikrophon und komplizierter Technik. Foto: Imke Zimmermann

Frau Edelweiß meint es gut mit ihren Kunden. "Guten Tag. Was möchten Sie trinken?", begrüßt sie Dr. Hui Shi vom Bremer Forschungsbereich für sichere kognitive Systeme. "Was haben Sie denn?", fragt Hui Shi. "Kaffee, Milchkaffee, Cappuccino..." Die Informatikerin entscheidet sich für Espresso. Nun hat Frau Edelweiß nur noch einen Wunsch, bevor sie serviert: "Bitte platzieren Sie ihren Becher unter dem Auslauf."

"Frau Edelweiß" ist eine sprechende Kaffeemaschine. Sie arbeitet mit einer Sprachsteuerung, die Wissenschaftler und vor allem Studenten entwickelt haben: Der Nutzer spricht in ein Mikrofon, eine Frauenstimme antwortet über zwei Lautsprecher. Und sie weiß nicht nur über ihr Kaffeeangebot Bescheid. Die Maschine hilft auch mit der Uhrzeit weiter oder mit Telefonnummern der Mitarbeiter am Bremer Standort des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz (DFKI) an der Universität Bremen.

Das Projekt, mit dem die Wissenschaftler ihren Studenten eine interessante Aufgabe stellen wollten, begann vor fünf Jahren. Zwei Jahre benötigten die Studenten für die Realisierung. Und sie forschen weiter an der Maschine: Ein Student arbeite an einer Gesichtserkennung, berichtet Dr. Hui Shi. Wenn sie funktioniere, könne das Gerät seinem Gegenüber unaufgefordert die Lieblingskaffeesorte anbieten oder einfach nur fragen: "Wie immer?"

Zwecks Vermarktbarkeit des intelligenten Automaten will der Forschungsbereich zudem einen Touchscreen an der Maschine anbringen, auf dem Werbefilme laufen oder Termine angekündigt werden könnten, sodass die Kaffeemaschine zusätzlich als eine Art Infoterminal fungiert. Tatsächlich gibt es auch bereits Interesse an dem Gerät aus der einschlägigen Industrie.

Die ursprünglich handelsübliche Maschine stiftete die Firma WMF. Ihr Edelstahlkorpus ist aber neuerdings in einem schicken weißen Gehäuse verschwunden - Namensgeber für das schlaue Gerät. Nun würde es ein Unternehmen gern für Luxushotels produzieren.

Mehr unter www.dfki.de/sks

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Pressekontakt:

Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz GmbH

DFKI Bremen
Franziska Martin

E-Mail:franziska.martin[at]dfki.de