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Wie Forscher Fingerabdrücke wegzaubern

Fingerabdrücke auf Armaturen, Kühlschrankfronten, edlen Kugelschreibern: unschön und überflüssig. Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen hat jetzt eine Beschichtung für Metall- und Kunststoffoberflächen entwickelt, die Abdrücke verschwinden lässt. Nun suchen die Wissenschaftler Industriepartner, die ihre Produkte von Fingerabdrücken befreien wollen – erste Gespräche laufen.

Das Verfahren eignet sich nach Angaben von Dr. Christopher Dölle für Oberflächen, die vielleicht völlig glatt aussehen, doch tatsächlich leicht rau sind. Solche Oberflächen beschichten die Forscher mit einer Flüssigkeit, die anschließend ausgehärtet wird. Ihre Rezeptur ist ein gut gehütetes Geheimnis, doch so viel gibt das Fraunhofer IFAM preis: Sie ist nur wenige hundert Nanometer stark, also etwa so dick wie ein Tausendstel eines Haares.

Anders als etwa Lack bildet die Flüssigkeitsschicht keine geschlossene Bedeckung, sondern füllt die Oberfläche eher seenartig: Sie legt sich insbesondere in die Vertiefungen der Oberfläche. Ein Fingerabdruck dagegen überträgt eine dünne Schicht Hautfett bevorzugt auf die Spitzen der Oberfläche. "Durch diese Kombination entsteht eine mehr oder weniger geschlossene Oberfläche, was vor allem den optischen Kontrast des Fingerabdrucks derart reduziert, dass er unsichtbar wird", erklärt Dölle.
Alternative Verfahren hätten eher mäßige Ergebnisse erzielt, sagt Dölle. Der Bedarf an der Lösung ist seines Erachtens "riesengroß" – Anwendungen sieht er zum Beispiel bei der Auto-Innenausstattung, Griffen, Zierleisten oder Designerprodukten aus Metall und Kunststoff.

Mehr unter www.ifam.fraunhofer.de

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Pressekontakt und Bildmaterial:

Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Klebtechnik und Oberflächen

Anne-Grete Becker

E-Mail: anne-grete.becker[at]ifam.fraunhofer.de