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Kurzfassung: Über den Strom ins Glück

In ihren Kiosken auf den Weserfähren betreibt Andrea Karrasch die ersten schwimmenden Lottoannahmestellen Deutschlands.
In ihren Kiosken auf den Weserfähren betreibt Andrea Karrasch die ersten schwimmenden Lottoannahmestellen Deutschlands. Foto: Wolfgang Heumer

Die Weserfähre ist weit mehr als eine Verbindung zwischen Bremerhaven und Blexen: Die Reise ist eine Minikreuzfahrt bei Brötchen und Bockwurst – und womöglich Deutschlands erster Bootstörn ins Lotto-Glück.

Einen Kaffee in der Hand, den Blick noch etwas verschlafen auf die "Bild" oder den Horizont gerichtet und dabei das Meeresrauschen im Ohr – eine wahrhaft "sanfte" Anreise zum Arbeitsplatz. Viele hundert Menschen aus dem rechts der Weser gelegenen Bremerhaven und aus den niedersächsischen Gemeinden links der Weser nutzen sie täglich: Auf dem Weg zum Bremerhavener Containerterminal oder dem Airbus-Werk Nordenham genießen sie die Fahrt mit der Weserfähre von Blexen nach Bremerhaven oder umgekehrt.

Immer, und zwar schon ab morgens früh um fünf, ist Andrea Karrasch mit von der Partie – die resolute Frau ist Wirtin der Bistros auf den Fähren "Nordenham" und "Bremerhaven". Obwohl vor einigen Jahren rund 20 Kilometer stromaufwärts der Wesertunnel eröffnet wurde, erfreut sich die Tour übers Wasser stetig wachsender Beliebtheit. "Im Tunnel gibt es eben kein Bistro und keine Kaffeepause", lacht Andrea Karrasch.

Die Bistros auf den beiden Fähren sind nüchtern und zweckmäßig eingerichtet. Ein paar Tische und Stühle und an der Stirnseite der kleine Kiosk – das ist alles und in seiner Schlichtheit dennoch gemütlich. Für die, die morgens zur Arbeit fahren, gibt es Brötchen und "Bild"; unabhängig von der Uhrzeit wartet auf die „Heimfahrer“ eine heiße Bockwurst.

Schwimmendes Glücksversprechen: Auf der Weserfähre
Schwimmendes Glücksversprechen: Auf der Weserfähre "Nordenham" können Touristen und Pendler die Überfahrt mit Tippen verkürzen. Foto: Wolfgang Heumer

Bis vor kurzem war das Kochgerät zum Wursterwärmen das wichtigste Utensil in dem kleinen Kiosk. Jetzt hat der Boiler Konkurrenz bekommen von einem kleinen, roten Drucker und einen rot-umrandeten Computer-Bildschirm.

"Das ist unsere direkte Verbindung zum Glück", schmunzelt Andrea Karrasch – das Ding ist das Erfassungsgerät für die Online-Annahme von Lottoscheinen. Seit kurzem nämlich können die Passagiere während der Überfahrt sogar "zocken". Beide Schiffe verfügen über Lottoannahmestellen – die ersten in Deutschland, in denen Besucher keinen festen Boden unter den Füßen haben.

"Ich habe gar nicht gewusst, wie viele verschiedene Scheine und Spielarten es gibt", stöhnt die Bistro-Chefin, aber seit sie mit ihrem Team zu einer Schulung in der Bremer Lotto-Zentrale war, kennt sie sich aus: "Nur die sechs richtigen Zahlen wissen wir leider auch nicht."

Die Lotto-Annahmestelle ist der neueste Service an Bord der Weserfähren – und sie werde mittlerweile recht gut angenommen, so die Wirtin. Die Fahrzeiten von zehn Minuten im Sommer und 20 Minuten im Winter reichen „dicke“ aus, die richtigen Kreuze zu machen.

Ganz einfach war die Installation nicht: "Wir müssen ja ständig mit dem Computer in der Zentrale verbunden sein, damit die abgegebenen Scheine registriert werden können", erklärt Andrea Karrasch. Eine mobile Datenverbindung macht’s möglich – "wo Lotto drauf steht, ist jetzt auch Lotto drin", lacht die Wirtin und verweist auf die große Lotto-Werbung an den Bordwänden der Fähren. Bezahlt wird sie von der Lotto-Zentrale – und die fand, es sollte nicht nur bei der Werbung bleiben.

www.weserfaehre.de

3.100 Zeichen, Autor: Wolfgang Heumer

Pressekontakt:

Weserfähre GmbH

Christina Günther

E-Mail: info[at]weserfaehre.de