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Kurzfassung: Mit C@rin gegen das Chaos

Über rund 1,5 Millionen Fahrzeuge jährlich behält BLG-Manager Björn Husemann dank der virtuellen Mitarbeiterin C@rin den Überblick. Foto: Wolfgang Heumer
Über rund 1,5 Millionen Fahrzeuge jährlich behält BLG-Manager Björn Husemann dank der virtuellen Mitarbeiterin "C@rin" den Überblick. Foto: Wolfgang Heumer

Europas größter Auto-Umschlagplatz erholt sich von der Wirtschaftskrise. Ständig warten auf dem Terminal in Bremerhaven Zehntausende Fahrzeuge auf Abfertigung. Dank ausgeklügelter Logistik ist noch keines im Gewimmel verloren gegangen.

Auf Anhieb sieht jeder, der zum Auto-Terminal kommt, Massen säuberlich aufgereihter Fahrzeuge. Sie stehen aber nicht nur ordentlich in Reih und Glied, sondern sind systematisch geordnet: "Wir haben sie so aufgestellt, dass sie mit der geringstmöglichen Strecke von und zu den Transportschiffen gebracht werden können", sagt Björn Husemann, Customer Service Manager bei dem mehrheitlich Bremen gehörenden Umschlagunternehmern BLG Automobile Logistics.

Die logistische Meisterleistung, die sich hinter dem sauberen Parksystem verbirgt, macht schon eine Zahl deutlich. Rund 1,58 Millionen Autos wurden 2010 auf dem Terminal bewegt, der damit erneut die führende Automobildrehscheibe des Kontinents war.

Rechnerisch bedeutet die lange Neuwagenschlange, dass an jedem Arbeitstag mit Ein- bis Zweischichtbetrieb etwa alle vier Sekunden ein Wagen über den Terminal rollt. Aber natürlich wechselt sich Hochbetrieb mit Entspannungsphasen ab.

Hochbetrieb herrscht beispielsweise, wenn einer der rund 70 Autozüge der BLG auf dem Terminal Neuwagen aus den Fahrzeugwerken in Süddeutschland "ausspuckt". Platz dafür gibt es reichlich auf dem 2,4 Millionen Quadratmeter großen Terminal. 90.000 Wagen könnten dort stehen, "derzeit sind es etwa 45.000 Autos", sagt Husemann. Dass keines verloren geht und das Team des Autoterminals jederzeit weiß, wo welcher Wagen steht, ist der virtuellen Mitarbeiterin C@rin zu verdanken.

Das "CAR Individual Network" ist ein von der BLG Logistics Group selbst entwickeltes Datensystem. Es begleitet alle Arbeitsschritte rund ums Auto auf dem Terminal, plant den Material- und Arbeitskräftebedarf und hält den aktuellen Status jedes einzelnen Fahrzeuges fest.

Zwischen Ankunft und Weitertransport bearbeiten die BLG-Autospezialisten die Wagen. "Besonders arbeitsintensiv sind Importfahrzeuge", sagt Husemann. Zumeist werden die Neuwagen in einer Standardversion angeliefert, in den BLG-Technikzentren dann exakt nach den Kundenwünschen ausgestattet. Mehr als 60 Ausrüstungspakete gibt es – für praktisch jede große Automarke der Welt. "Da versteht man, warum unsere Technikzentren als größte Autowerkstätten Europas gelten", meint Husemann.

Hier warten zehntausende Fahrzeuge auf die Verladung: Ein Blick von oben auf das Bremerhavener Autoterminal (Weitere Bilder unter www.blg.de) Foto: BLG Logistics
Hier warten zehntausende Fahrzeuge auf die Verladung: Ein Blick von oben auf das Bremerhavener Autoterminal (Weitere Bilder unter www.blg.de) Foto: BLG Logistics

Auch bei diesen Arbeiten ist C@rin dabei – Schnittstellen sorgen dafür, dass das Terminalsystem die Programmsprachen der Autohersteller versteht. Die Bestellungen werden so automatisch ins System eingepflegt, das wiederum die Fahrer- und Werkstättenteams punktgenau zur Arbeit bringt.

Das Prinzip eignet sich im Übrigen nicht nur für Massenanlieferungen großer Fahrzeugserien. Bremerhaven ist einer der größten Terminals für so genannte "High and Heavy-Ladungen" wie Panzer, Bagger und Mähdrescher. Bei dieser schweren und großen Ladung hat C@rin allerdings die elektronische Hand nicht im Spiel. Hier bleibt es manuellen Systemen und dem Fingerspitzengefühl des Terminalteams überlassen, den sicheren Transport der Fahrzeuge zu gewährleisten. Gerade jetzt im Winter hat das manchmal abenteuerliche Auswirkungen.

"Wir dürfen vereiste Frontscheiben nicht frei kratzen, das Risiko einer Beschädigung wäre zu groß", sagt Husemann. Und trotzdem bekommen sie es hin, die Autos so zu parken, dass jeder Laie staunt. "Die Reifen auf der linken Seite müssen auf der weißen Parkbuchtlinie stehen", erläutert Husemann das Geheimnis. Nicht nur Disziplin und Können der Fahrer, eine wirklich schlichte Dienstanweisung ist es, die die beeindruckende Ordnung auf dem Terminalparkplatz sicherstellt.

Mehr unter www.blg.de

3.715 Zeichen, Autor: Wolfgang Heumer

Pressekontakt:

BLG Logistics Group AG & Co. KG

Hartmut Schwerdtfeger

E-Mail: hschwerdtfeger[at]blg.de