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Kurzfassung: Mit Strom im Tank

Lehrer Klaus Schinke (rechts) und sein Kollege Norbert Deselaers nehmen das E-Auto Think City in Empfang. Im Namen der Forschung sammeln sie unterwegs Daten. Foto: Fraunhofer IFAM
Lehrer Klaus Schinke (rechts) und sein Kollege Norbert Deselaers nehmen das E-Auto "Think City" in Empfang. Im Namen der Forschung sammeln sie unterwegs Daten. Foto: Fraunhofer IFAM

Elektroautos gelten als die Fahrzeuge der Zukunft. Auf Bremens Straßen testen nun auch Privatleute im Car-Sharing die kleinen Flitzer.

Anfangs, sagt Klaus Schinke, wundere man sich, wenn der Schlüssel im Zündschloss gedreht ist. Während bei einem herkömmlichen Auto das Motorengeräusch das untrügliche Zeichen dafür ist, dass der Wagen läuft, hört man bei einem Elektroauto erst einmal: nichts. Stattdessen leuchtet nur ein kleines Lämpchen. "Es gibt keine Standgeräusche. Das finde ich genial."

Summen statt Brummen

Der 52-Jährige ist seit wenigen Monaten mit einem zartgelben Zweisitzer des norwegischen Elektroautoherstellers "Think" unterwegs. Der Lehrer nimmt an einem Modellversuch teil. Gemeinsam mit Kollegen teilt er sich das Auto, um im Alltagsgebrauch Erfahrungen zu sammeln, die später in die wissenschaftliche Auswertung einfließen sollen.

In welchen Punkten müssen Technik und Nutzerfreundlichkeit noch verbessert werden, um das Elektroauto attraktiv zu machen? Auf solche Fragen sucht man derzeit in Bremen Antworten, denn die Hansestadt ist Teil der Modellregion "Elektromobilität Bremen/Oldenburg". Über 20 Einrichtungen sind beteiligt, federführend wird das Gesamtprojekt vom Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen geleitet.

Bundesweit gibt es sogar acht Regionen, die bis Ende Juni 2011 vom Bund darin unterstützt werden, die Technik weiterzuentwickeln. Ziel der Bundesregierung: Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge im deutschen Straßenverkehr unterwegs sein, und die deutsche Wirtschaft soll eine entscheidende Rolle auf dem Wachstumsmarkt spielen.

Noch ist die Technik allerdings unausgereift. Die Reichweiten liegen nur zwischen 100 und 150 Kilometern pro Batterieladung. Öffentliche Ladestationen sind noch rar, und es gibt kaum Hersteller, die ein Elektroauto in Serie produzieren – die Modelle sind entsprechend kostspielig, die Lieferzeiten länger.

"Elektromobilität nahebringen"

Die Tachoanzeige des Elektroautos sieht fast aus wie die eines Benziners. Voll geladen kann das E-Auto 100 bis 150 Kilometer weit fahren. Foto: Move About Mobilitätsleistungen
Die Tachoanzeige des Elektroautos sieht fast aus wie die eines Benziners. Voll geladen kann das E-Auto 100 bis 150 Kilometer weit fahren. Foto: Move About Mobilitätsleistungen

In verschiedenen Flottenversuchen werden in Bremen und Oldenburg darum zurzeit rund 50 Zwei- und Viersitzer von Firmen und Privatleuten getestet. Als einzige Modellregion testet Bremen mit 14 Autos auch den Einsatz im Car-Sharing. "Unser Ziel ist, der Bevölkerung die Elektromobilität nahezubringen und den Herstellern die richtigen Daten, Fragen und Antworten zu liefern", sagt Gabriela Busse, Leiterin des Projekts "Ecar4all".

Dafür wurden Speicher in die Autos eingebaut, die Daten an einen DFKI-Server auf dem Uni-Campus senden. Sie sollen zeigen, wie "rund" die Technik läuft, welche Faktoren die Batterie wie beeinflussen. Zudem werden Erfahrungen der Nutzer in Fragebögen erfasst. Im Frühjahr sollen erste Auswertungen veröffentlicht werden.

Für Lehrer Schinke sind die ersten Fahrerfahrungen positiv. "Im Stadtverkehr ist es ein sehr spritziges Auto." Seine Erkenntnis: Es geht derzeit vor allem darum, das eigene Nutzungsverhalten anzupassen. Bei weiteren Fahrten müsse man eben vorausplanen, sagt der 52-Jährige. Schinke hat es sich einfach zur Gewohnheit gemacht, das Auto immer über Nacht aufzuladen. Es wird über ein Kabel in der Garage an die Steckdose angeschlossen – fertig.

Mehr unter www.personal-mobility-center.de

3.246 Zeichen, Autorin: Astrid Labbert

Pressekontakt:

Regionale Projektleitstelle der Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg

Martina Ohle

E-Mail: martina.ohle[at]ifam.fraunhofer.de