Sie sind hier:

Kurzfassung: Der Bürger-Garten

Alles erscheint wie Natur, so glücklich ist die Kunst versteckt: Sichtachsen und Wegebeziehungen, Solitärbäume und Gehölzgruppen - im Bürgerpark ist alles genau geplant. Foto: Michael Bahlo
Alles erscheint wie Natur, so glücklich ist die Kunst versteckt: Sichtachsen und Wegebeziehungen, Solitärbäume und Gehölzgruppen - im Bürgerpark ist alles genau geplant. Foto: Michael Bahlo

Der Bremer Bürgerpark sucht seinesgleichen, denn das Gartendenkmal von bundesweitem Rang lebt nur von privatem Engagement – auch für viele seiner nicht pflanzlichen Accessoires. Ausflüge in den Bürgersinn.

Es geht geschäftig zu in den Hallen der BBV Bremer Bootsbau Vegesack, einem öffentlichen Aus- und Weiterbildungsträger auf dem Gelände der früheren Bremer Vulkan-Werft. Konzentriert hobeln Lutz Lieder, Sebastian Laarz und einige andere Männer und Frauen die Innenwände des Bootes glatt, das sie gerade in Arbeit haben. 12,5 Meter ist es lang und 2,5 Meter breit und es heißt "MS Marie". Das Boot ist ganz aus Holz und Handarbeit. Den Arbeitenden soll es als Ausweis ihrer Handwerkskunst einmal zu einer festen Anstellung verhelfen. Für die Besucher des Bürgerparks lebt damit eine alte Tradition wieder auf.

"Marie": So hieß ein Boot, mit dem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Skipper mit Besuchern über die Wasserwege des Parks tuckerte. Im Frühjahr 2012 soll die neue "Marie" zu Wasser gelassen werden. Fertig sein müssen dann auch die Anleger und das Bootshaus für den Winter. Was diese baulichen Notwendigkeiten kosten werden, ist noch nicht ganz klar. Eins weiß Bürgerparkdirektor Werner Damke aber sicher: Dafür muss er privates Geld aufbringen. Wie für praktisch alles, was mit der Arbeit im Bürgerpark zusammenhängt. Und wie es vom Anbeginn des Parks Tradition ist.

Ein sagenhaftes Geschenk

Auf der MS Marie schipperten Bürgerpark-Besucher schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Mitarbeiter des Bremer Bootsbau Vegesack bauen sie nach. Foto: BBV Bremer Bootsbau Vegesack
Auf der MS Marie schipperten Bürgerpark-Besucher schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Mitarbeiter des Bremer Bootsbau Vegesack bauen sie nach. Foto: BBV Bremer Bootsbau Vegesack

Schon dieser Anfang begann mit einem Geschenk. Der Sage nach überließ Gräfin Emma von Lesum 1032 den Bürgern das Gelände hinter dem heutigen Bahnhof als Weide für ihr Vieh. Auf diese Bürgerweide fiel der Blick der 38 Bremer Honoratioren 1865. Bald sammelte der "Verein zur Bewaldung der Bürgerweide" Geld und verpflichtete den Landschaftsgärtner Wilhelm Benque. Gegen Ende des 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts waren die von Benque geplanten 136 Hektar fertig bepflanzt. Mit dem angrenzenden Stadtwald kam 1906 dann noch einmal die Hälfte der Fläche hinzu, sodass Besucher auf 31,5 Kilometern Spazierwegen lustwandeln können.

Solche Pracht soll und muss erhalten werden – seit 1984 steht der Bürgerpark unter Denkmalschutz, was zur Bewahrung des ursprünglichen Zustands verpflichtet. Und das macht viel Arbeit, die bezahlt sein will. Rund 2,2 Millionen Euro benötigt Damke jährlich – und bekommt es überwiegend von Bremerinnen und Bremern. Ganz wichtig sind zum Beispiel Spenden und Erbschaften. Hinzu kommen Beiträge der knapp 3.000 Mitglieder im Bürgerparkverein, Toto- und Lottomittel und Einnahmen aus der alljährlichen Bürgerparktombola.

Mehr unter www.buergerpark-bremen.de und www.bremer-bootsbau-vegesack.de

2.641 Zeichen, Autorin: Imke Zimmermann

Pressekontakte:

Bürgerpark

Werner Damke

E-Mail: info[at]buergerpark-verein.de

BBV Bremer Bootsbau Vegesack

Sabine Rosenbaum

E-Mail: kontakt[at]bbv-mail.de