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Kurzfassung: Zuhören. Mut machen. Guttun.

Militärpfarrerin Beatrix Kurth ist die Arbeit mit den jungen Soldatinnen und Soldaten an der Marineoperationsschule Bremerhaven sehr wichtig. Foto: Wolfgang Heumer
Militärpfarrerin Beatrix Kurth ist die Arbeit mit den jungen Soldatinnen und Soldaten an der Marineoperationsschule Bremerhaven sehr wichtig. Foto: Wolfgang Heumer

Sie gehört zu den wenigen in der Bundeswehr, vor denen Soldaten nicht Haltung annehmen müssen. Beatrix Kurth ist evangelische Militärpfarrerin in der Marineoperationsschule Bremerhaven und einzige Frau im seelsorgerischen Dienst der Marine.

"Gerade für junge Soldatinnen und Soldaten ist Seelsorge sehr wichtig, denn sie bewegen sich in einer für sie zunächst fremden Welt, die zudem durch die aktuellen Einsätze der Bundeswehr zusätzlich belastet ist": Mit diesen Worten beschreibt Beatrix Kurth ihre Aufgabe. Seit fünf Jahren ist sie Militärpfarrerin in der Marineoperationsschule Bremerhaven, die mit Platz für mehr als 1.000 Lehrgangsteilnehmer zu den größten Ausbildungseinrichtungen der Deutschen Marine zählt. "Menschen, die zuhören. Gedanken, die herausfordern. Worte, die Mut machen. Gottesdienste, die guttun. Menschen, die tatkräftig helfen wollen. Gott, der nicht nur sonntags ansprechbar ist." So definiert sie evangelische Militärseelsorge, die die Kirche unter den Soldaten ist.

Interesse an jungen Menschen

Beatrix Kurth sieht sich in erster Linie als Seelsorgerin und als Gesprächspartnerin für Soldatinnen und Soldaten der Marine. Foto: Wolfgang Heumer
Beatrix Kurth sieht sich in erster Linie als Seelsorgerin und als Gesprächspartnerin für Soldatinnen und Soldaten der Marine. Foto: Wolfgang Heumer

Ihr beruflicher Weg hat bei der Bundeswehr begonnen, doch nicht bei der Militärseelsorge. Nach dem Abitur schlug sie zunächst die gehobene Beamten-Laufbahn in der Bundeswehrverwaltung ein. Nach einiger Zeit aber nahm sie ihren Glauben als Orientierung und studierte Theologie. Dass sie der Weg dann auf die Pfarrstelle in der Marineoperationsschule führte, liegt an ihren seelsorgerischen Interessen: "Hier trifft man auf eine Altersgruppe, der man im normalen Kirchenalltag ja leider nur noch selten begegnet."

Dabei betrachtet die Pfarrerin die Arbeit mit jungen Menschen nicht nur als Chance, ihnen eher beiläufig und fernab von missionarischem Eifer christliche Grundwerte und Einstellungen nahe zu bringen: „Die Arbeit mit Menschen, die ja teilweise kirchenfern sind, bedeutet auch, sich immer wieder mit neuen Gedanken auseinanderzusetzen und die eigene Haltung immer wieder neu zu formulieren.“ Vor allem tut sie das in Gesprächen – über ganz durchschnittliche Themen, aber auch Militärspezifisches. Nicht selten sehen die jungen Soldaten, die sich nur in einem formalisierten Verfahren an ihre Vorgesetzten wenden können, bei Problemen in der Militärpfarrerin eine Hoffnungsträgerin.

Auch wenn die Marineoperationsschule eine Ausbildungseinheit ist, sind die Auswirkungen der Auslandseinsätze der Bundeswehr bis hierhin zu spüren. Die Sorgen, Ängste und Gedanken der jungen Soldaten spiegeln sich auch in den Gesprächen wieder. Die Bremerhavener Pfarrerin lässt dagegen keinen Zweifel daran, jungen Soldaten mit erkennbar schweren inneren Konflikten auch zur Kriegsdienstverweigerung zu raten. „Mir kommt es auf den einzelnen Menschen an“, betont sie.

Mehr unter www.marine.de

2.727 Zeichen, Autor: Wolfgang Heumer

Pressekontakt:

Evangelisches Militärpfarramt Bremerhaven

Beatrix Kurth

E-Mail: beatrixkurth[at]bundeswehr.org