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Kurzfassung: "Machen Sie es doch!"

Walter Schnepel ist Senior-Chef der Firma Tecnolumen, die als einziges Unternehmen weltweit die berühmte Bauhaus-Lampe nachbauen darf. Foto: Christian Beneker
Walter Schnepel ist Senior-Chef der Firma Tecnolumen, die als einziges Unternehmen weltweit die berühmte Bauhaus-Lampe nachbauen darf. Foto: Christian Beneker

Die Bauhaus-Lampe ist die wohl berühmteste Lampe eines deutschen Designers – ein Bremer Unternehmen hat als einziges weltweit das Recht, sie nachzubauen.

Butterdose und Kugellampe – kaum ein Produktdesigner hat es mit seinen Ideen praktisch in jeden zweiten deutschen Haushalt geschafft. Außer Wilhelm Wagenfeld (1900 bis 1990). Kein Wunder, dass sich Fabrikanten rund um den Globus darum reißen, die Design-Klassiker nachbauen zu dürfen. Die Lizenz für die berühmte Bauhaus-Lampe hat eine Bremer Firma: Tecnolumen. "Selbst in Bremen weiß kaum jemand, dass wir es sind, die die berühmte Wagenfeld-Lampe nachbauen dürfen", sagt Walter Schnepel, Senior-Chef der Firma. "Und nur wir."

Die Form der Lampe ist so schlicht wie einprägsam: Zuerst fällt die nach unten geöffnete Kugel des weißen Opalglas-Schirms auf. Sie wird getragen von einem runden, etwa 30 Zentimeter hohen Schaft aus Glas. Von der runden, gläsernen Bodenplatte steigt darin das Stromkabel in einem vernickelten Rohr zur Glühbirne hinauf. Dort, wo der Schaft in den Schirm führt, hängt eine Schnur mit einer kleinen Kugel aus der Fassung der Lampe. Wer hier zieht, macht Licht.

Wagenfeld entwarf die Bauhaus-Lampe 1924. Heute hat es der Geniestreich zu Weltruhm gebracht. Nicht wenige Experten meinen, die Lampe sei das Symbol deutschen Industrie-Designs. Vor 30 Jahren indessen war das anders. "Die Bauhaus-Lampe Wagenfelds war praktisch vergessen, als ich Wagenfeld 1976 in Stuttgart besuchte", erklärt Schnepel. Er habe Wagenfeld damals gefragt, warum niemand mehr diese Lampe baue. "Und Wagenfeld antwortete: Machen Sie es doch!"

Seit 30 Jahren im Geschäft

Gefeierter Bauhaus-Gestalter und -Künstler aus Bremen: Wilhelm Wagenfeld entwarf die Bauhaus-Lampe, heute ein Symbol deutschen Industrie-Designs. Foto: Wilhelm Wagenfeld Stiftung
Gefeierter Bauhaus-Gestalter und -Künstler aus Bremen: Wilhelm Wagenfeld entwarf die Bauhaus-Lampe, heute ein Symbol deutschen Industrie-Designs. Foto: Wilhelm Wagenfeld Stiftung

Gesagt, getan. 1980 gründete Schnepel Tecnolumen und baute die ersten 300 Exemplare der Bauhaus-Lampe. Das Unternehmen wendet die Ansprüche, die es an die Lampe hat, inzwischen auf alle seine Produkte an. 2002 wurde Tecnolumen in zwei Firmen mit je eigener Produktlinie aufgeteilt.

Allein sieben Handelsvertreter in der Bundesrepublik vertreiben heute die Produkte an Händler. Weltweit sind es viele Händler und Zwischenhändler. Bei den 100.000 D-Mark Jahresumsatz am Anfang der Firmengeschichte dürfte es nicht geblieben sein – Genaueres verrät Schnepel nicht. Nur so viel: Als die Wirtschaftskrise 2009 und 2010 den Mittelstand schüttelte, habe Tecnolumen um zehn bis fünfzehn Prozent pro Jahr zugelegt. Wer sich zuvor eine Bauhaus-Lampe leisten konnte, konnte es auch in der Krise.

Jedes Detail und jede Schraube an dem guten Stück ist nach dem Tod Wagenfelds 1990 mit der Erbin abgesprochen. So genau nehmen es die Kopisten nicht. "Eigentlich sind wir ständig mit mehreren Anwälten dabei, Kopisten anzuzeigen." Gleichwohl – Prozesse zu führen, lohne sich nicht. Der Preis für diese Entscheidung ist hoch. So sei der englische Markt für den Absatz der Bauhaus-Lampe praktisch tot: "England ist von Kopisten besetzt."

Mehr unter www.tecnolumen.de

2.868 Zeichen, Autor: Christian Beneker

Pressekontakt:

Tecnolumen GmbH & Co. KG

Walter Schnepel

E-Mail: info[at]tecnolumen.de

Erstellungsdatum: 20.09.2011