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Kurzfassung: Klein und pfiffig, dieser Horst

Wirksamer Schutz für Forstarbeiter: Dr. Peter Hoffmann vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik an der Universität Bremen zeigt Horst, ein mit Minielektronik gespicktes System aus Latzhose und Säge. Foto: Christian Beneker
Wirksamer Schutz für Forstarbeiter: Dr. Peter Hoffmann vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik an der Universität Bremen zeigt Horst, ein mit Minielektronik gespicktes System aus Latzhose und Säge. Foto: Christian Beneker

Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik an der Universität Bremen erleichtert mit Minielektronik den Berufsalltag.

Gute Nachrichten für alle Holzfäller. Wenn's gut geht, dann werden ihre kraftstrotzenden Motor-Kettensägen demnächst mitdenken, bevor es zu üblen Unfällen kommt. Zu den neuen Entwicklungen des Bremer Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik (TZI) gehört nämlich "Horst". "Horst" ist ein mit Minielektronik gespicktes System aus Latzhose und Säge. Es stellt das gefährliche Werkzeug automatisch ab, wenn es dem Arbeiter zu nahe kommt. "So werden Verletzungen verhindert", berichtet Informatiker Dr. Peter Hoffmann vom TZI über die neue Entwicklung seines Hauses. Mit Blick auf die potenziellen Verwender haben die TZI-Leute ihrem Projekt jenen griffigen Namen gegeben, der "Hose" und "Forst" zu "Horst" verbindet.

Die Anwendung ist mit Bedacht gewählt. Denn Forstarbeit gehört nach Angaben der Berufsgenossenschaften zu den Top Ten der gefährlichsten Berufe in Deutschland. "Nach Expertenmeinung lassen sich die Unfälle nicht weiter durch eine bessere Organisation verringern", so Hoffmann. "Also mussten intelligentere Strategien her."

Der Trick der Bremer, um die Gefahr zu verringern: Sie haben Computertechnik auf Knopflochgröße geschrumpft und sie in Kleidungsstücke eingenäht. "Wearable Computing" nennen die Fachleute das Ergebnis, also etwa "tragbare Computeranwendungen". Kommen sich nun Hose und Säge zu nahe, unterbricht ein Computerwinzling an der Motorsäge die Zündung oder stoppt bei Elektrosägen die Stromzufuhr. Die kritische Nähe kann je nach Bedürfnis auf eine Entfernung zwischen fünf und zehn Zentimetern eingestellt werden.

Wearable Computing kommt auch Feuerwehrleuten zugute – hier in Form eines Handschuhsystems, das Dr. Peter Hoffmann vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen präsentiert. Foto: Christian Beneker
Wearable Computing kommt auch Feuerwehrleuten zugute – hier in Form eines Handschuhsystems, das Dr. Peter Hoffmann vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen präsentiert. Foto: Christian Beneker

Mit "Horst" hat das TZI erneut den Zweck erfüllt, zu dem es 1995 gegründet wurde. Seinerzeit überlegten die Forscher an den Instituten der Informatik und Informationstechnologie der Bremer Universität, wie sie ihre Forschungsergebnisse besser an den Mann bringen könnten. Dazu brauchten sie Kontakte zur Industrie, die das TZI herstellen und pflegen sollte. Inzwischen arbeiten 13 Arbeitsgruppen des TZI zu verschiedenen Leitthemen: "Mobile Lösungen", "Adaptive Systeme" oder "Interaktion". "In den letzten zehn Jahren haben wir mehr als 200 Kooperationen mit der Industrie auf die Beine gestellt", rühmt Hoffmann die Arbeit des TZI.

Für seine Projekte akquiriert das TZI Geld aus Zuschuss-Töpfen zum Beispiel des Bundesforschungsministeriums. So schlug "Horst" mit fast einer Million Euro Entwicklungskosten zu Buche. "Wir entwickeln und liefern mit dem Geld die Prototypen, die Demonstratoren", sagt Hoffmann. "Wenn wir wissen, dass es funktioniert, ist unsere Arbeit getan." Dann sind die an den Projekten beteiligten Hersteller am Zug. Sie sollen das Steuergeld vom Ministerium auf dem Markt wieder hereinholen. Mindestens.

Mehr unter www.tzi.de/leitthemen/mobile-loesungen

2.845 Zeichen, Autor: Christian Beneker

Pressekontakt:

TZI Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik, Mobile Lösungen

Dr. Peter Hoffmann

E-Mail: phoff[at]tzi.de

Erstellungsdatum: 21.02.2012