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Kurzfassung: Mit Satelliten auf Höhenflug

Integration eines SAR-Lupe-Satelliten bei OHB in Bremen. Der Bau des satellitengestützten Radarsystems SAR-Lupe bedeutete 2001 den Durchbruch für OHB in der Raumfahrttechnikbranche. Foto: OHB AG
Integration eines SAR-Lupe-Satelliten bei OHB in Bremen. Der Bau des satellitengestützten Radarsystems SAR-Lupe bedeutete 2001 den Durchbruch für OHB in der Raumfahrttechnikbranche. Foto: OHB AG

Vom kleinen Werkstattbetrieb für Wagenheber zum international gefragten Hersteller von Raumfahrttechnik: Die Entwicklung des Bremer Unternehmens OHB AG gehört zu den spannendsten Erfolgsgeschichten der Branche.

Wenn OHB-Vorstandschef Marco R. Fuchs über die Perspektiven seines Unternehmens spricht, dann macht er es gern so wie die Satelliten seiner Firma: Er beobachtet weltweite Entwicklungen zunächst einmal mit einem gewissen Abstand, denn erst aus der Distanz werden manche Zusammenhänge deutlich. Satellitentechnik ist ein Zukunftsmarkt – davon ist der 49-Jährige fest überzeugt. Und als größten Motor dieses Trends sieht er die Globalisierung: "Je mehr Verflechtungen es auf der Welt gibt, desto größer wird der Bedarf an globalen Informationen. Und Satelliten liefern diese Informationen."

Der Firmenchef strahlt Zuversicht aus und er hat Grund dazu: Sein Unternehmen wächst rasant und macht dabei sogar großen Mitbewerbern Konkurrenz. So hat OHB im Februar einen 250 Millionen Euro schweren EU-Auftrag gewonnen: Das Unternehmen soll weitere acht Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo bauen, das die EU als leistungsfähigere Alternative zum US-amerikanischen GPS etablieren will. Für OHB ist es der dritte Riesenauftrag in Folge. Erst zwei Jahre zuvor war die Bremer Firma damit beauftragt worden, 14 Galileo-Satelliten im Wert von 566 Millionen Euro herzustellen: Wenige Monate später folgte der Auftrag der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA, sechs neue Meteosat-Wettersatelliten zu fertigen. Auftragswert: 750 Millionen Euro.

Animation dreier Galileo FOC-Satelliten, die OHB für das europäische Navigationssystem Galileo baut. Foto: OHB AG
Animation dreier Galileo FOC-Satelliten, die OHB für das europäische Navigationssystem Galileo baut. Foto: OHB AG

In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen denn auch die Zahl seiner Mitarbeiter am Standort Bremen von 300 auf 450 erhöht. Zählt man außerdem die Tochterfirmen im In- und Ausland hinzu, die der OHB AG ganz oder mehrheitlich gehören, kommt man mittlerweile auf insgesamt 2.400 Mitarbeiter, die OHB im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik beschäftigt.

Schwer vorstellbar, dass die Firmengeschichte von OHB 1981 mit nur fünf Angestellten in einer kleinen Werkstatt im Bremer Ortsteil Hemelingen begann, weil Christa Fuchs, die Mutter von Marco R. Fuchs, eine neue Herausforderung suchte. Vier Jahre später packte auch ihren Mann Manfred der Unternehmerehrgeiz. Der Raumfahrtingenieur entschloss sich, die Sicherheit seiner Festanstellung hinter sich zu lassen und in die Firma seiner Frau zu wechseln. Gegen den aktuellen Trend wollte er Raumfahrtsysteme kleiner und kostengünstiger entwickeln. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Firma begann er, Forschungskapseln für Weltraumexperimente zu bauen.

Das Jahr 2001 bringt OHB den Durchbruch. Die Bundeswehr hat einen Großauftrag zu vergeben. Es geht um den Bau des satellitengestützten Radarsystems SAR-Lupe. OHB bewirbt sich und gewinnt die Ausschreibung gegen die Konkurrenz von Großunternehmen. Der Auftragswert: 320 Millionen Euro. Seine familiären Strukturen hat OHB bis heute behalten. Christa und Manfred Fuchs arbeiten bis heute im Unternehmen mit – und das findet ihr Sohn auch gut so. „Sie erden das Ganze“, sagt er.

Mehr unter www.ohb.de

3.057 Zeichen, Autor: Thomas Joppig

Pressekontakt:

OHB AG

Steffen Leuthold

E-Mail: steffen.leuthold[at]ohb.de

Erstellungsdatum: 18.06.2012