Sie sind hier:

Kurzfassung: 360-Grad-Welten im Netz

Kreative Köpfe: Die Gründer von Panolife Milad Dana (rechts) und Marcus Henke. Foto: Focke Strangmann
Kreative Köpfe: Die Gründer von Panolife Milad Dana (rechts) und Marcus Henke. Foto: Focke Strangmann

Das Bremer Unternehmen Panolife macht die Welt seit Jahren in Panoramen fürs Internet erlebbar. Mit seiner neuesten Erfindung kann diese Welt nun auch vermessen werden. Eine Technologie, die Städteplaner staunen lässt.

Auf dem Bildschirm ist eine dreidimensionale Straßenansicht zu sehen. Ein Zoom auf den Straßenbelag zeigt: Der Asphalt ist rissig, Schlaglöcher sind bereits zu sehen. Hier muss über kurz oder lang ausgebessert werden – nur: Wie groß ist die Fläche? Das ruft normalerweise die Vermesser auf den Plan, die mit ihren Gerätschaften losfahren und die gewünschten Daten ermitteln. Die Software "Panovis" bietet diese Information stattdessen mit wenigen Mausklicks: Zentimetergenau und für den Betrachter nachvollziehbar in der Panoramaansicht auf dem Bildschirm.

Dass Milad Dana und Marcus Henke bei der Präsentation ihrer neuen Software "Panovis" Aha-Effekte seitens der Gesprächspartner erleben, mag man glauben. Basis dafür ist eine Technologie, die gemeinsam mit Partnern im Rahmen eines eine Million Euro umfassenden Förderprojekts des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) entwickelt wurde.

Das Ganze funktioniert im Kern so: Eigens konstruierte Panoramakameras und 360-Grad-Laserscanner werden auf Datenfahrzeuge montiert. Diese fahren durch die Straßen und scannen und fotografieren die Umgebung ab – so werden Profile ganzer Städte erstellt. Was dann folgt, ist die eigentliche Innovation, erläutert Milad Dana, Gesellschafter und Gründer der Bremer Firma. "Die beiden Datenbasen werden anschließend miteinander verschmolzen und auf einer webbasierten Anwendung zur Verfügung gestellt." Das Resultat sind zentimetergenaue Darstellungen, die besonders für Stadtplaner und Behörden interessant sind. Diese müssen derzeit ausschließlich auf Geo-Informationen zurückgreifen, die in verschiedenen Katastern abgelegt sind.

Firmengründer Milad Dana (rechts) und Marcus Henke präsentieren ihre neue Software Panovis, die Profile ganzer Städte erzeugt. Foto: Focke Strangmann
Firmengründer Milad Dana (rechts) und Marcus Henke präsentieren ihre neue Software Panovis, die Profile ganzer Städte erzeugt. Foto: Focke Strangmann

Für das noch junge Unternehmen ist „Panovis“ die konsequente Fortentwicklung einer Geschäftsidee, die damit begann, Panoramawelten ins Internet zu bringen. Sprich: keine Panoramafotos, sondern 360-Grad-Ansichten. Vor sechs Jahren war das noch ein Novum. Heute hat das Unternehmen seinen Sitz auf 400 Quadratmetern in der Bremer Überseestadt. 2011 machte Panolife 1,3 Millionen Euro Umsatz, die Mitarbeiterzahl ist auf 17 gestiegen, Tendenz steigend. Das Content-Management-System "Panocreator", mit dem Unternehmen ihre 360-Grad-Welten erstellen, bildet mittlerweile das Kerngeschäft. Rund 20 Städte haben mit dem "Panocreator" virtuelle Stadtrundgänge ins Netz gestellt.

Chancen und Nutzungspotenziale sieht Milad Dana sechs Jahre nach dem Startup noch lange nicht ausgeschöpft. "Unser Ziel ist natürlich, weiter zu wachsen. Und es gibt noch so viele Bereiche, die in der Entwicklung sind." Derzeit wird beispielsweise daran gearbeitet, wie Daten aus der Vogelperspektive das Angebot ergänzen können. Mit der privaten Bremer Jacobs University werde an der Entwicklung eines Roboter-Prototyps gearbeitet, der in der Gebäudereinigung eingesetzt werden kann, erläutert Dana.

Mehr unter www.panolife.de

3.048 Zeichen, Autorin: Astrid Labbert

Pressekontakt:

Milad Dana

Panolife GmbH

E-Mail: info@panolife.de

Erstellungsdatum: 23.08.2012