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Kurzfassung: Bremer Spezialitäten im Netz

2004 gründete Christoph Kopp (r.) den Online-Shop Bremer Spezialitäten, um traditionelle Bremer Handwerksbetriebe zusammenzubringen. Die Geschäftsführung hat nun Konditormeister Heiko Jacobs (l.) inne. Foto: Pressedienst für das Bundesland Bremen
2004 gründete Christoph Kopp (r.) den Online-Shop "Bremer Spezialitäten", um traditionelle Bremer Handwerksbetriebe zusammenzubringen. Die Geschäftsführung hat nun Konditormeister Heiko Jacobs (l.) inne. Foto: Pressedienst für das Bundesland Bremen

Dass moderne Vertriebswege lokale Produkte beflügeln und vergessen geglaubte Rezepte wiederaufleben lassen können, zeigt der Online-Vertrieb "Bremer Spezialitäten". Der Name ist Programm.

Bremer Klaben, Babbeler und Mayer-Junior-Schokoküsse: In der Hansestadt stehen diese Namen für ein traditionelles stollenähnliches Gebäck, Pfefferminzzuckerstangen und einen fürs Frischeregal produzierten Schokokuss. Es sind Genussmittel, die vor allem in Bremer Spezialitätenläden oder Konditoreien bekannt sind oder waren – bis sich 2004 zwei Studenten überlegten, dass es dafür doch einen überregionalen Markt geben müsste.

Christoph Kopp und Axel Diestelkamp boten Traditionsbetrieben an, einen internetbasierten Vertrieb unter dem Dach "Bremer Spezialitäten" aufzubauen. Frei nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stärker. Heute, fast zehn Jahre später, hat sich das Netzwerk in seiner Nische etabliert, sagen die Beteiligten. Die stetig erweiterte Produktpalette reicht von Gebäck und Kaffee über Bonbonspezialitäten bis hin zu Wein – einzeln oder zu Paketen kombiniert. Sieben Unternehmen steuern ihre Genussmittel bei. Das Gründungsjahr der meisten Betriebe liegt zwischen 1920 und 1935. Entscheidend ist für Kopp: "Es sind Betriebe, die in Bremen produzieren und deren Produkte nicht im Supermarktregal zu finden sind."

Schokoküsse per Taxi nach Hamburg

Für den Spezialitätenvertrieb ist die Vorweihnachtszeit Hochsaison: Jetzt werden im Schnitt bis zu 150 Pakete am Tag gepackt und bundesweit sowie ins europäische Ausland verschickt. Vor allem bei Bremer Firmen stieß das Angebot auf reges Interesse, sagt Kopp. An die Reaktion etlicher Mitarbeiter, die für Firmenpräsente zuständig waren, kann er sich jedenfalls nachhaltig erinnern: "Sie waren froh, endlich nicht mehr alles selber zusammensuchen zu müssen." Ebenso verschicken Privatleute auf diese Weise einen Gruß aus Bremen oder Exilbremer bestellen sich eine Portion Heimat. Die frischen Schokoküsse etwa, mit einer Haltbarkeit von rund 14 Tagen, sind schon per Expresspaket nach Frankreich gegangen oder wurden auf Wunsch mit dem Taxi nach Hamburg gefahren.

Die Rückkehr zu Lebensmitteln ohne Zusatzstoffe

Ob als Gruß aus der Hansestadt an der Weser oder als Portion Heimat für Exil-Bremer – Bremer Spezialitäten erfreuen sich besonders zur Weihnachtszeit großer Beliebtheit. Ein Web-Shop vereint die traditionellen Leckerbissen. Foto: Pressedienst für das Bundesland Bremen
Ob als Gruß aus der Hansestadt an der Weser oder als Portion Heimat für Exil-Bremer – "Bremer Spezialitäten" erfreuen sich besonders zur Weihnachtszeit großer Beliebtheit. Ein Web-Shop vereint die traditionellen Leckerbissen. Foto: Pressedienst für das Bundesland Bremen

Für Gründer Kopp hat sich mit der Etablierung des Online-Vertriebs auch bestätigt: Die Entwicklung der Lebensmittelproduktion, die immer mehr auf den Zusatz von Konservierungs- und Ersatzstoffen zwecks Haltbarkeit setzte, lässt sich mit Hilfe der internetbasierten Vermarktung wieder ins Gegenteil verkehren. "Tagesfrische Produkte gehen noch am selben Tag raus", sagt Kopp. Der Versand von frischen Produkten sei kein Problem mehr und erfordere nicht zwangsläufig Konservierungsstoffe. Das wiederum schaffe einen neuen Absatzmarkt für traditionelle Produzenten.

Mittlerweile ist die Geschäftsführung an Konditormeister Heiko Jacobs übergegangen, dessen Backstube seit Jahren den Bremer Klaben beisteuert. Jacobs nahm neben Kopp, der im Zweitberuf als Webdesigner tätig ist, den Platz von Mitgründer Diestelkamp ein, als dieser sich 2010 beruflich umorientierte: "Ich war fasziniert, was die jungen Leute auf die Beine gestellt hatten. Und ich sehe heute, wie viel Arbeit dahintersteht." Die Logistik von "Bremer Spezialitäten" liegt nun in seinem Hause.

Seemannsbrot wiederentdeckt

Auf Kopps Bestreben hin sind im Laufe der Jahre auch vergessen geglaubte Rezepte wieder in Produktion gegangen. So ist aufgrund seiner Nachfrage beim Bonbonhersteller das Hiller Kreuz-Malz-Hustenbonbon nach altem Rezept aus den 30er Jahren wiederaufgelegt worden. Auch Konditormeister Heiko Jacobs kam dem Wunsch des Kompagnons nach und holte die Rezeptkladden des Großvaters hervor. "Ich musste mir jemanden suchen, der die altdeutsche Schrift lesen konnte", sagt Jacobs. Es hat sich gelohnt, denn dabei wurde das Seemannsbrot wiederentdeckt. Das Gebäck mit leichtem Haselnussgeschmack, das einst Seeleute auf weiter Fahrt begleitete, ist heute im Sortiment.

Mehr unter www.bremer-spezialitaeten.de

3.921 Zeichen, Autorin: Astrid Labbert

Pressekontakt:

Heiko Jacobs

Geschäftsführer Bremer Spezialitäten

E-Mail: info[at]bremer-spezialitaeten.de

Erstellungsdatum: 26.11.2013