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Mit Spaß gegen Aids ankämpfen

Aidsaufklärung mit Festivalcharakter: Dance4Life animiert Jugendliche, sich zu engagieren.
Aidsaufklärung mit Festivalcharakter: Dance4Life animiert Jugendliche, sich zu engagieren. Foto: Dance4Life e.V.

Tanz mit Aids-Aufklärung für Jugendliche und Spendenaktionen verbinden: Das ist die Idee der internationalen Initiative "Dance4Life". Bremen ist die erste deutsche Stadt, die sich beteiligt.

Es war Zufall. Als der in Bremen lebende Tänzer und Choreograf Wilfried van Poppel vor vier Jahren im holländischen Fernsehen zusah, wie zwischen drei Kontinenten live hin- und hergeschaltet wurde und überall das gleiche Bild zu sehen war - nämlich tanzende Jugendliche -, sah der gebürtige Niederländer den internationalen Auftakt von "Dance4Life". Die Aktion war Spaß, Aidsaufklärung, Spendenaktion in einem - und ein pulsierendes Gemeinschaftsevent als Zeichen im Kampf gegen Aids. "Ich war begeistert", sagt van Poppel. Der 50-Jährige initiierte ein Jahr später ein deutsches "Dance4Life"-Pilotprojekt in Bremen. Weltweit wurde die Initiative nach Angaben der niederländischen Dachorganisation Dance4Life International inzwischen in 19 Ländern aufgegriffen.

Aus dem Zufall sind in der Hansestadt ein Projekt mit festen lokalen Partnern und der Verein Dance4Life Deutschland e.V. entstanden. Nach dem Motto "Global denken, lokal handeln" setzen sich diesem Jahr rund 1.000 Schülerinnen und Schüler in Bremen, Bremerhaven und Umgebung in Projektwochen mit HIV und Aids auseinander. Der sinnliche Zugang zum Thema: Durch Tanzen sollen sie ein gutes Körpergefühl entwickeln. Tänzer erarbeiten mit den Schülern eine Choreografie, die unter anderem versucht, die Erfahrung von Krankheit zu verarbeiten, und später präsentiert wird. Bei Schulaufführungen werden dann Spenden gesammelt, die in Aids-Hilfsprojekte zum Beispiel in Afrika fließen.

Mit Spaß bei der ernsten Sache: Bremer Jugendliche tanzen gleichzeitig mit Jugendlichen auf aller Welt.
Mit Spaß bei der ernsten Sache: Bremer Jugendliche tanzen gleichzeitig mit Jugendlichen auf aller Welt. Foto: Dance4Life e.V.

Nicht immer sind die Jugendlichen sofort Feuer und Flamme, doch im Laufe der Woche ändert sich das oft. Das war an der Schule von Arife Kepenekli nicht anders - wobei die 17-Jährige sofort Spaß am Tanzen hatte. "Das war ein tolles Projekt, bei dem man sehr viel über Aids und auch das Tanzen erfahren hat", sagt die Zehntklässlerin. "Dass wir wirklich eine Choreografie hingekriegt haben, war toll." Nachhaltig habe sie der Besuch einer HIV-infizierten Frau beeindruckt, die der Gruppe von ihrem Leben mit der Krankheit erzählt hat.

Für den fachlichen Teil zum Thema HIV/Aids sorgen beispielsweise Vertreter des Gesundheitsamts. Finanziert wird die Arbeit durch Fördermittel. Van Poppel hofft, in Zukunft bundesweit Mitstreiter zu finden: "Es ist wichtig, die Idee in andere deutsche Städte und Bundesländer zu tragen." Zuvor steht aber ein Highlight an: Am 29. November - zwei Tage vor dem Welt-Aids-Tag - steigt der alle zwei Jahre stattfindende, globale "Dance4LifeEvent". Dann feiern die deutschen Jugendlichen mit denen in allen anderen Teilnehmerländern eine Party - und werden per Satellit miteinander vernetzt. Als gemeinsames Zeichen für den Kampf gegen Aids.

Mehr unter www.dance4life.de

2.860 Zeichen, Autorin: Astrid Labbert

Pressekontakt:

Dance4Life Deutschland e.V

Wilfried van Poppel

E-Mail: w.vanpoppel[at]dance4life.de