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Kurzfassung: "Wie im Urlaub"

Neues Leben im alten Hafenquartier: Dienstleistung und Gewerbe, Wohnen und Freizeit finden in der Bremer Überseestadt viel Platz. Foto: Justus Grosse
Neues Leben im alten Hafenquartier: Dienstleistung und Gewerbe, Wohnen und Freizeit finden in der Bremer Überseestadt viel Platz. Foto: Justus Grosse

Wohnen in den alten Stadthafenquartieren: Seit letztem Jahr sind die ersten Neubürger in Bremens jüngsten Stadtteil gezogen. Was sie eint, ist die Begeisterung über den Blick aus dem Wohnzimmerfenster.

In der Tat – man kann die Augen kaum abwenden. Vom Landmark-Tower aus schweift der Blick großzügig über die Weser und die Stadt Bremen. "In den ersten Wochen haben wir nur rausgeguckt", sagt Helmut Landsiedel. Seine Partnerin Gerda Schumacher und er waren im Oktober 2010 die ersten Mieter, die in eine der 53 Wohnungen des 20-stöckigen Tower eingezogen sind. "Wir haben schon wildfremde Leute mit hierher genommen – nur um ihnen den Blick zu zeigen", sagt Landsiedel. "Es ist wie im Urlaub!"

100 Hektar Entwicklungsfläche

In Rekordtempo entwickelt sich Europas größte Stadt-Baustelle zu einem begehrten Wohnquartier direkt am Strom der Weser und an ehemaligen Hafenbecken. Das Areal mit dem heutigen Namen "Überseestadt" umfasst eine Fläche von 288 Hektar, von denen rund 100 den Grund und Boden für eine neue Nutzung liefern – für Büros und Läden, Wohnraum und Museen, öffentliche Einrichtungen und Werkstätten. Der Rest bleibt bei den angestammten Betrieben.

Vor zehn Jahren wurde der Masterplan Überseestadt aufgelegt – seit fünf Jahren wird tatsächlich gebaut. Allein hier am Weserufer hat die Justus Grosse GmbH 110 Millionen Euro investiert.
Justus Grosses Angaben zufolge gehen die Wohnungen weg wie geschnitten Brot. Der Landmark-Tower ist komplett vermietet, das geplante Apartmenthaus „Kristall“ gleich in der Nachbarschaft lockte schon vier Wohnungskäufer an, noch bevor der erste Spatenstich getan ist, und auch die Eigentumswohnungen in den sogenannten Flusshäusern auf der anderen Seite des Tower sind komplett verkauft.

"Wir sind hier die Pioniere", sagt denn auch das Ehepaar Böhner. Es hat sich in eines der Flusshäuser eingekauft. Das Haus ist seniorengerecht mit breiten Türen und Fahrstuhl ausgestattet. Hier kann man bleiben, meinen die Böhners. "Es war mutig von uns, hierher zu kommen", sagt Angela Böhner im Rückblick, "und es hat sich gelohnt." Die erste Bäckerei, der erste "Italiener", der erste Supermarkt – den Neubürgern folgt die Grundversorgung auf dem Fuße.

Noch im Werden ist demgegenüber das Projekt "Autoloft" im alten Schuppen 1. Wenn das Gebäude bezugsfertig ist, werden Bewohner mit dem Auto in einen Aufzug fahren und in dem denkmalgeschützten Gebäude emporschweben auf die Ebene der Wohnungen im ersten Stock und dort über einen Boulevard bequem zu ihrem Appartement rollen. Im Sommer 2012 sollen die ersten Menschen (und ihre Autos) einziehen können.

Auch weitere Projekte sollen dann schon der Vollendung entgegengehen. "Green Living" westlich des Schuppen 3 am Europahafen zum Beispiel, von dem bislang nur der Bauplatz zu sehen ist. Justus Grosse will hier 60 Eigentumswohnungen nach den modernsten ökologischen Standards errichten. Nicht weit vom Landmark-Tower wiederum schafft die Entwicklungsgesellschaft Hafenkante Platz für Büros, Gastronomie, Gewerberäume und wiederum Wohnungen.

Auf gute Nachbarschaft mit der Industrie

In den ersten Wochen nur rausgeschaut: Helmut Landsiedel und Gerda Schumacher auf ihrem Balkon hoch oben im Landmark Tower in der Überseestadt. Foto: Focke Strangmann
In den ersten Wochen nur rausgeschaut: Helmut Landsiedel und Gerda Schumacher auf ihrem Balkon hoch oben im Landmark Tower in der Überseestadt. Foto: Focke Strangmann

Ein Idyll wird und soll das Quartier nie werden, denn sehr verschiedene Interessen müssen hier miteinander auskommen. In der Überseestadt hat man gewagt, was man an anderer Stelle scheute – die Nachbarschaft von Wohnungen und Büros auf der einen Seite und der traditionellen Hafenindustrie auf der anderen. Frieden zwischen Bauherren und Industrie ist schon deshalb nötig, weil Flächen für Wohnbebauung dem Mammutprojekt Überseestadt auch in den nächsten Jahren nicht ausgehen.

Mehr unter www.ueberseestadt.de

3.588 Zeichen, Autor: Christian Beneker

Pressekontakt:

Wirtschaftsförderung Bremen

Nadja Niestädt

E-Mail: nadja.niestaedt[at]wfb-bremen.de