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Kurzfassung: Einweihung für ein Jahrhundert-Bauwerk

Durch die neue Kaiserschleuse werden künftig Millionen deutscher Autos verschifft. Standesgemäß wird die Schleuse am 30. April eingeweiht. Foto: Wolfgang Heumer
Durch die neue Kaiserschleuse werden künftig Millionen deutscher Autos verschifft. Standesgemäß wird die Schleuse am 30. April eingeweiht. Foto: Wolfgang Heumer

Vier Jahre lang war hier die größte Schleusenbaustelle in Europa. Zur Eröffnung soll die neue Bremerhavener Kaiserschleuse Anlass für einen weiteren Rekord sein: für die längste Sportbootparade der Welt.

Am 30. April 2011 wird es auf der Weser vor Bremerhaven eng. Eine scheinbar endlose Reihe von Sportbooten soll ab 11 Uhr Kurs auf die Überseehäfen der Stadt nehmen und einen 2010 in Großbritannienaufgestellten Rekord knacken. Zur Eröffnung der neuen Kaiserschleuse will die Hafenverwaltung bremenports GmbH & Co KG damit die Leistungsfähigkeit der jüngsten Zufahrt zu den Autoterminals und den Werften im Kaiserhafen unter Beweis stellen.

Die erwartete sechs Kilometer lange Schlange von Wasserfahrzeugen ist in ihren Ausmaßen durchaus dem Bauwerk angemessen, dessen Einweihung gefeiert werden soll. "Die Kaiserschleuse ist immerhin die neue Zufahrt zum größten Autoterminal Europas", sagt der verantwortliche Hafenbauer Dr. Hans-Werner Vollstedt vom Hafenbetreiber bremenports, "und ganz nebenbei ist sie eine ingenieurtechnische Meisterleistung."

Investition in die Zukunft

305 Meter lang und 55 Meter breit – so lauten die Abmessungen der neuen Kaiserschleuse. Die Bausumme von rund 233 Millionen Euro aus Landesmitteln lässt da schon eher die wahre Dimension des Bauwerkes erahnen. Der Grund für diese gewaltige Investition: "Jährlich steuern mehr als 1.000 Autotransportschiffe Bremerhaven an", erläutert Vollstedt. "Damit wir die führende Rolle des Autoterminals halten und ausbauen können, benötigen wir neben der Nordschleuse eine zweite leistungsfähige Hafenzufahrt."

Die alte Kaiserschleuse war für dieses Business schon seit langem zu klein. 1897 errichtet, reichte sie mit einer Länge von 185 Metern und einer Durchfahrtsbreite von nur 28 Metern für die modernen, bis zu 240 Meter langen Autotransporter längst nicht mehr aus. Deswegen mussten die schwimmenden Hochgaragen die Nordschleuse benutzen und in komplizierten Manövern zu ihren Liegeplätzen im Import-Bereich des Autohafens gezogen werden. Weshalb sich die Hafenbetreiber ständig sorgten, dass die nun einzige Zufahrt durch einen Defekt blockiert würde: "Der Hafen wäre dann wie eine Mausefalle verschlossen gewesen", so Vollstedt.

Technologische Herausforderung

305 Meter lang und 55 Meter breit: Die enorme Dimension des Jahrhundertbauwerks lässt sich nur aus der Luft erfassen. Foto: bremenports
305 Meter lang und 55 Meter breit: Die enorme Dimension des Jahrhundertbauwerks lässt sich nur aus der Luft erfassen. Foto: bremenports

Um dieser Gefahr zu entgehen, entwickelten die Planer von bremenports gemeinsam mit den Bauspezialisten der "Arge Kaiserschleuse" das neue Schleusenprojekt. Die große technologische Herausforderung: Weil die neue Schleuse genau an der alten Hafenzufahrt entstanden ist, mussten der Abriss der alten und der Bau der neuen Kaiserschleuse eng miteinander verzahnt werden. Zugleich musste trotz der Bauarbeiten gewährleistet sein, dass die Schleuse ihrer Funktion als Bollwerk gerecht blieb, denn sie ist Teil der Sturmflutsicherung Bremerhavens.

Mehr unter www.kaiserschleuse-bremerhaven.de

2.854 Zeichen, Autor: Wolfgang Heumer

Pressekontakt:

bremenports GmbH & Co KG

Rüdiger Staats

E-Mail: Ruediger.staats[at]bremenports.de