Sie sind hier:

Kurzfassung: Vom Winde bewegt

Gästeführer Peter Grimm erläutert auf der Tour de Wind Wissenswertes rund um die klimaschonenden Stromgewinnung mittels Offshore-Windenergie. Foto: Wolfgang Heumer
Gästeführer Peter Grimm erläutert auf der "Tour de Wind" Wissenswertes rund um die klimaschonenden Stromgewinnung mittels Offshore-Windenergie. Foto: Wolfgang Heumer

In Bremerhaven sind nicht nur die Ozeanriesen zum Greifen nahe: Eine neue Stadtrundfahrt bringt die Besucher auch auf Tuchfühlung mit der Zukunft der Energie-Gewinnung. Auf zur "Tour de Wind"!

Selbst von weitem wirken die Windmühlen riesig. Doch so richtig werden die Dimensionen erst deutlich, wenn man direkt vor den einzelnen Bauteilen steht. "Mensch, die sind ja so groß wie ein Einfamilienhaus", sagt eine Frau in dem weiß-gelben "Hafenbus" zu ihrer Nachbarin. "Ja", bestätigt die genauso staunend: "Guck mal, die Dinger haben ja sogar einen Balkon."

Die "Dinger" sind die Gondeln der derzeit größten Windenergieanlagen der Welt, die bei dem Hersteller REpower im Fischereihafen von Bremerhaven produziert werden. Im Spätsommer sollen sie weit draußen in der Deutschen Bucht im Windpark "Nordsee Ost" aufgestellt werden. Jetzt steht das erste halbe Dutzend der fertig montierten Turbinenhäuser in Reih und Glied im Fischereihafen.

Sitz vieler wichtiger Windkraft-Unternehmen

Der Offshore Prototyp (5M) der REpower Systems AG. Daten und Fakten zu seiner Entstehung erfahren Interessierte bei der Tour de Wind in Bremerhaven. Foto: BIS Bremerhaven Touristik
Der Offshore Prototyp (5M) der REpower Systems AG. Daten und Fakten zu seiner Entstehung erfahren Interessierte bei der "Tour de Wind" in Bremerhaven. Foto: BIS Bremerhaven Touristik

"Der Balkon dient dazu, dass sich später auf hoher See Mechaniker von einem Hubschrauber aus auf die Anlage abseilen können", erläutert Peter Grimm. Grimm kennt sich aus: Er ist Gästeführer der BIS Bremerhaven Touristik und leitet heute die neueste Spezialtour der städtischen Tourismusförderer: Die "Tour de Wind" bringt die Fahrgäste in Tuchfühlung mit der Zukunft der Energiegewinnung – denn Bremerhaven ist Sitz nahezu aller führenden Hersteller für Offshore- und Onshore-Windenergieanlagen. Zudem sind verschiedene Forschungsinstitute vor Ort, an der Hochschule Bremerhaven startete der Studiengang Windenergie.

Windkraftanlagen kennt jeder der rund drei Dutzend Passagiere im "Hafenbus". Doch die Dimensionen der für den Hochsee-Einsatz geplanten Anlagen verschlagen jedem die Sprache. "In diesem Gebäude entsteht ein Prüfstand für Rotorblätter mit bis zu 90 Metern Länge", erläutert Grimm an der ersten Station, der IWES-Baustelle hinter dem Weserdeich am Fischereihafen. Das Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik ist das einzige in ganz Deutschland, das komplette Rotorblätter einem monatelangen Belastungstest unterziehen kann.

Die junge Frau, die eben noch über die Riesengondeln im Fischereihafen gestaunt hat, macht sich eifrig Notizen zu dem, was Grimm erzählt. Insbesondere sind es die Zahlen, mit denen er jetzt – wenig später nach der Ankunft im Norden Bremerhavens – zu punkten weiß. Ein halbes Dutzend Windkraftanlagen steht dort, jede einzelne ist ein Prototyp, mit dessen Hilfe der kommende Einsatz auf hoher See erprobt werden soll. "120 Meter ist die Höhe vom Erdboden bis zur Nabe des Rotors, jeder Flügel misst noch einmal 60 Meter", berichtet Grimm. Sechs Megawatt Leistung hat die größte der Anlagen: "Das reicht aus, um 6000 Haushalte mit Strom zu versorgen."

Bald schon werden es Tausende von Haushalten sein, die vom Meer aus mit Strom aus Offshore-Windenergie beliefert werden. Für Bremerhaven könnte es eine unendliche Erfolgsgeschichte werden: Gut 20 Jahre werde es dauern, bis alle derzeit geplanten 5000 Windmühlen gebaut sind, rechnet Grimm vor: "Und dann fangen wir von vorne an, denn jede Anlage hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 20 Jahren."

Mehr unter www.bremerhaven.de

3.197 Zeichen, Autor: Wolfgang Heumer

Pressekontakt:

BIS Bremerhaven Touristik

Jan Rohrbach

E-Mail: rohrbach[at]bis-bremerhaven.de