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Kurzfassung: Sieben Minuten Rampenlicht

Der Klub Dialog fördert die Bremer Kreativwirtschaft und bringt die Szene zusammen. Foto: Focke Strangmann
Der Klub Dialog fördert die Bremer Kreativwirtschaft und bringt die Szene zusammen. Foto: Focke Strangmann

Die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft hat in Bremen ganz eigene Facetten. Das ruft sogar Nachahmer auf den Plan.

Ein Sommerabend in Bremen, verhangener Himmel, um den unscheinbaren Backsteinbau in den alten Stadthafenrevieren heulen Sturmböen. Dennoch streben von überall her Menschen in den Innenhof des Baus. Der gemeinnützige Verein "Klub Dialog" hat eingeladen zum monatlichen Abend. Er will Bremer Künstler und andere Kreative zusammenbringen, ihnen eine Plattform für die Selbstdarstellung verschaffen, die oft in neue Kontakte und Aufträge münden. Heute werden wieder sechs Gruppen ihre Projekte vorstellen.

Als erste betreten vier Künstler die Bühne, die mit ausgefallenen Klängen Konzerte bestreiten. Sie führen dem staunenden Publikum vor, wie sich Styropor und Alu-Folie, Plastikflaschen und Klebeband Musik entlocken lässt mithilfe eines Geigenbogens oder auch durch Knüllen und Reißen. "Wir erweitern ständig unser Instrumentarium, indem wir Zeit mit Gegenständen verbringen", sagt ein Sprecher in die Sound-Text-Choreografie.

Sechs Projekte, sieben Minuten Zeit zur Selbstdarstellung: Das Quartett KLANK stellt sich im Klub Dialog der Szene vor. Foto: Focke Strangmann
Sechs Projekte, sieben Minuten Zeit zur Selbstdarstellung: Das Quartett KLANK stellt sich im "Klub Dialog" der Szene vor. Foto: Focke Strangmann

Trotz Sommerlochs hören ihnen rund 100 Interessierte zu. Der Rekord steht bislang bei 200 – die Veranstaltungen des "Klub Dialog" ziehen. Das dürfte an seinem Konzept und den Menschen liegen, die ihn tragen. Erfolgreiche Kreativunternehmer sind darunter, aber auch Freischaffende mit kleineren Karrieren. Durchweg stammen sie selbst aus der Szene und arbeiten mit ihr Hand in Hand.

Die "Klub"-Idee ist ein Erfolg – das findet auch Kai Stührenberg, bei der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH für die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft zuständig, die bei der Geburt Pate stand: Hervorgegangen ist der Verein nämlich aus dem "Klub Analog". Seit 2009 organisierte er Branchentreffen für Architektur bis Werbemarkt.

Das Projekt hatte eine von der WFB beauftragte "Clustermanagerin" aus der Taufe gehoben. Inzwischen trägt es sich inhaltlich selbst. Und weil das so gut funktioniert, gibt es zunehmend Nachfragen aus anderen Städten. In Leipzig zum Beispiel ist im Februar der "Le Klub Analog" an den Start gegangen, auch aus Hannover, Osnabrück oder Oldenburg meldeten sich Interessenten.

Wenn er in Berlin sei, werde er oft gefragt, warum die Förderung der Branche in Bremen so gut laufe, sagt Stührenberg. Das Geheimnis: "Es machen Menschen, die selbst zur Szene gehören", glaubt der 46-Jährige, der aus der Werbung kommt und in einer in Bremen bekannten Band mitspielt.

Mehr unter www.klub-dialog.de

2.479 Zeichen, Autorin: Imke Zimmermann

Pressekontakte:

Klub Dialog

Lara Goldsworthy

E-Mail: lg[at]klub-dialog.de

WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH

Kai Stührenberg

E-Mail: kai.stuehrenberg[at]wfb-bremen.de

Erstellungsdatum: 25.08.2011