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Kurzfassung: Ein guter Fang für Bremerhaven

Wildromantisch gelegen und jeden Umweg wert: die Alte Luneschleuse. Foto: Nicole Ogrzewalla/Alte Luneschleuse
Wildromantisch gelegen und jeden Umweg wert: die "Alte Luneschleuse". Foto: Nicole Ogrzewalla/Alte Luneschleuse

Mit der "Luneplate" hat Bremerhaven nicht nur 200 Hektar Land von Niedersachsen gewonnen, sondern auch eine Institution: die "Alte Luneschleuse". Das idyllisch gelegene Lokal ist einer der letzten wirklichen Geheimtipps.

Aus dem Haus klingen fröhliche Stimmen. Nicht jenes Gegröle, das allzu häufig zu Kneipen gehört, sondern eine Art Frohsinn, der ansteckend und doch nicht allzu laut ist. "Wir sind ja auch keine Kneipe", sagt Ute Golasowski mit einem unverkennbaren Schmunzeln im scheinbar strengen Tonfall. "Sondern eine Institution", schiebt die Wirtin des Lokals hinterher, das trotz einer jahrzehntelangen Geschichte das jüngste gastronomische Haus Bremerhavens ist.

Selbst unter Einheimischen ist es nach wie vor ein Geheimtipp. Denn die "Alte Luneschleuse" liegt tief im Süden der Stadt, verborgen in einer grünen Oase am Rande des neuen Gewerbegebietes Bohmsiel. Bis vor eineinhalb Jahren schlängelte sich der Weg vom Bremerhavener Fischereihafen zum Lokal durch Röhricht, Schilf und Pferdeweiden zugleich auch noch über die Landesgrenze. Dann trat Niedersachsen gegen einige Millionen Euro 200 Hektar Land an Bremerhaven ab, das Gelände für Ausgleichsflächen, aber auch Gewerbeansiedlungen benötigte: eben die alte Weserhalbinsel Luneplate. Die war fast unbebaut – bis auf die "Alte Luneschleuse".

Stammgäste sind es zumeist, die hier mit Freude und fröhlich statt mit Frack und Sausen feiern: "Fremde finden den Weg hierhin kaum und es gibt wohl auch noch jede Menge Bremerhavener, die uns nicht kennen." Uns – das waren ursprünglich die Wirtin und ihr vor eineinhalb Jahren verstorbener Mann Peter. Sie kauften das Lokal 1993. Zu dem Zeitpunkt war die Luneschleuse schon seit Jahrzehnten ein Ausflugslokal, bekannt und beliebt und ebenfalls ein Geheimtipp, aber bei weitem noch nicht das, was die Golasowskis daraus gemacht haben.

Familiäre Atmosphäre: Mit ihren drei Töchtern schmeißt Wirtin Ute Golasowski die Alte Luneschleuse. Foto: Wolfgang Heumer
Familiäre Atmosphäre: Mit ihren drei Töchtern schmeißt Wirtin Ute Golasowski die "Alte Luneschleuse". Foto: Wolfgang Heumer

Dass aus dem Traditionslokal die heutige Institution wurde, ist auch den drei Töchtern Gaby, Nikki und Sandra zu verdanken. Alle drei standen von Anfang an hinter der Idee ihrer Eltern, mit der Gastwirtschaft einen völlig neuen Lebensweg einzuschlagen. Und alle drei standen ihrer Mutter zur Seite, als der Vater starb und sich für Familie und Lokal die Zukunftsfrage stellte: "Wir machen weiter", hieß der einstimmige Beschluss.

Heute kümmert sich Mutter Ute um die Gäste, Gaby hat das Zahlenwerk des Familienbetriebs im Blick, Sandra und Nikki wirbeln in der Küche. Die ist zwar klein, bringt aber Großes hervor, und zwar Norddeutsch-Deftiges. Auch Deutschlands Gourmetpapst Wolfram Siebeck lobte nach einem Besuch "inkognito" in der Wochenzeitung "Die Zeit" "die romantische Lage und die spartanische Küche". Vom Charme des Interieurs ließ er sich in dem "albtraumhaft bunt dekorierten Lokal" zwar nicht beeindrucken, lobte aber das Essen: "es ist alles ungemein frisch und sorgfältig zubereitet. Weil das so selten und die einsame Lage an der alten Schleuse so wildromantisch ist, kann ich den Umweg über Bremerhaven nur empfehlen."

Mehr unter www.alte-luneschleuse.de

3.014 Zeichen, Autor: Wolfgang Heumer

Pressekontakt:

Restaurant "Alte Luneschleuse",

Ute Golasowski

Erstellungsdatum: 25.08.2011