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Kurzfassung: Hoffnungsträger Alge

Algen als Klimaschützer und Energiequelle der Zukunft: Die Phytolutions-Geschäftsführer Prof. Dr. Stefan Rill und Dr. Claudia Thomsen vor einer Algenzuchtanlage. Foto: Thomas Joppig
Algen als Klimaschützer und Energiequelle der Zukunft: Die Phytolutions-Geschäftsführer Prof. Dr. Stefan Rill und Dr. Claudia Thomsen vor einer Algenzuchtanlage. Foto: Thomas Joppig

Industrieemissionen enden nicht als Abgase, sondern als Treibstoffe und Biogas: Diese Idee soll einmal ein realer Beitrag zur Energiewende werden. Die Bremer Firma Phytolutions arbeitet beharrlich daran.

Die Zukunft der Energiewirtschaft ist grün. Grün und blubbernd, um genau zu sein. Davon ist man bei Phytolutions überzeugt. Die Gründe für diese Hoffnung sind durchsichtige Folienmatten, auf Gestellen aneinandergereiht. Von Weitem sehen sie wie eine große Luftmatratze aus. Wer näher hinsieht, stellt fest, dass die Schläuche mit grünlich schimmerndem Wasser gefüllt sind.

Die grünen Partikel, die dem Wasser seine Farbe geben, sind kleine Algen. Sie werden hier bei Phytolutions gezüchtet, indem das Wasser fortlaufend mit Luft und CO2 versorgt wird. Klimaschädliche Abgase werden bei Phytolutions also in Biomasse verwandelt. Und daraus lässt sich in einem sogenannten Bioreaktor wiederum Energie gewinnen, zum Beispiel in Form von Gas oder Treibstoffen. Dieser doppelte Umweltnutzen – Umwandlung von Kohlendioxid und die "saubere" Energiegewinnung – ist es, der Phytolutions-Geschäftsführer Professor Dr. Stefan Rill so begeistert von seiner Arbeit erzählen lässt. "Eine solche Anlage", sagt der Ingenieur, "ist sinnvoller als jede Biogasanlage." Denn statt wertvolle Lebensmittel wie etwa Mais in Energie umzuwandeln, werde hier ein Klimakiller zu einem Rohstoff mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Großes Potenzial

Phytolutions-Geschäftsführer Prof. Dr. Stefan Rill vor einem Schild der Initiative Deutschland - Land der Ideen, die Phytolutions im vergangenen Jahr zu einem Ausgewählten Ort ernannte. Foto: Thomas Joppig
Phytolutions-Geschäftsführer Prof. Dr. Stefan Rill vor einem Schild der Initiative "Deutschland - Land der Ideen", die Phytolutions im vergangenen Jahr zu einem "Ausgewählten Ort" ernannte. Foto: Thomas Joppig

"Nimmt man reines Kohlendioxid, können die Algen, die daraus entstehen, sogar für Pharmaprodukte verwendet werden – zum Beispiel als Markierungsfarbe in der Krebsdiagnostik", berichtet Phytolutions-Geschäftsführer Professor Dr. Stefan Rill. Ein solcher Krebsmarker werde derzeit zu Kilopreisen im fünfstelligen Euro-Bereich gehandelt. Kein Wunder, dass Rill Algen als Naturmaterial mit großem Potenzial sieht.

Phytolutions hat gute Voraussetzungen, um zunächst die Idee der Algen-Energie bekannt zu machen. Die Firma ist die erste Ausgründung der Jacobs University, einer renommierten, international ausgerichteten Privat-Universität im Norden Bremens. Der Sitz von Phytolutions befindet sich direkt auf dem Campus – gleich neben einem Labor für Meereskunde.

Während die promovierte Meeresbiologin Claudia Thomsen als wissenschaftliche Geschäftsführerin fungiert, kümmert Rill sich ums Kaufmännische und versucht, Unternehmen von der Algen-Energie zu überzeugen. Der Energiekonzern RWE zeigte sich zum Beispiel gleich nach Gründung von Phytolutions interessiert. Mithilfe der Bremer Experten entstand eine Algenzuchtanlage in einem Braunkohlekraftwerk in Niederaußem bei Köln. Und im Bremer Stadtteil Blumenthal werden auf dem Gelände einer Müllverbrennungsanlage Algen gezüchtet. Auch der Energieversorger E.ON Hanse betreibt ein eigenes Algenprojekt.

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen einen Umsatz von rund einer Million Euro erzielt. Das genügt noch nicht, um die aufwendige Forschungsarbeit und das zehnköpfige Team zu finanzieren. Doch Rill ist zuversichtlich, dass Phytolutions bald schwarze Zahlen schreiben wird. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt er. "Die Zeit arbeitet für uns."

Mehr unter www.phytolutions.com

3.147 Zeichen, Autor: Thomas Joppig

Pressekontakt

Phytolutions GmbH

Professor Dr. Stefan Rill

E-Mail: s.rill[at]phytolutions.com

Erstellungsdatum: 26.10.2011