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Kurzfassung: Die Bodentruppe

Der Simulations- und Diagnoseraum der Astrium GmbH: Von hier aus wird das Europäische Weltraum-Labor Columbus instand gehalten. Bild: Astrium GmbH
Der Simulations- und Diagnoseraum der Astrium GmbH: Von hier aus wird das Europäische Weltraum-Labor "Columbus" instand gehalten. Bild: Astrium GmbH

In Bremen arbeitet ein Expertenteam daran, das Europäische Weltraum-Labor "Columbus" vom Boden aus instand zu halten.

Raumfahrt ist schön, macht aber viel Arbeit. Niemand weiß das besser als Helmut Luttman, Programmleiter "Operation and Missions", von der Firma Astrium GmbH in Bremen. Er und seine Kollegen sind dafür zuständig, dass der Betrieb in der silbern schimmernden Raumstation, die 380 Kilometer über dem Erdboden im Orbit schwebt und "Columbus" heißt, stets reibungslos läuft. Gut acht Meter lang und 4,5 Meter im Durchmesser misst der Zylinder, den ihre Erbauer kumpelhaft ihre "Hightech-Tonne" nennen.

Die Rede ist von dem in Bremen gebauten europäischen Weltraumlabor Columbus, das im Frühjahr 2008 an die internationale Raumstation angedockte, Europas zentralem Beitrag zur ISS. Das Labor der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA ist vollgestopft mit Modulen, in denen Experimente unter Schwerelosigkeit vorgenommen werden. Columbus war schon kurz nach dem Andocken an die Internationale Raumstation voll funktionsfähig. Die ersten Experimente konnten anlaufen.

Am Bremer Boden arbeitet dafür ein 170-köpfiges Team unablässig daran, den Betrieb im All störungsfrei aufrecht zu halten. Und das bringt immer neue Herausforderungen mit sich: kleinere oder größere Blessuren flicken, streikende Computer reanimieren oder Ersatzteile entwickeln und beschaffen, um sie dann "nach oben schießen" zu lassen.

Direkter Draht nach oben: Das Team Operation and Missions der Bremer Firma Astrium GmbH in Kontakt mit den Astronauten der internationalen Raumstation ISS. Foto: Astrium GmbH
Direkter Draht nach oben: Das Team "Operation and Missions" der Bremer Firma Astrium GmbH in Kontakt mit den Astronauten der internationalen Raumstation ISS. Foto: Astrium GmbH

Stolz verweist Luttman auf die Erfolge seiner Abteilung: "Laut unseres Vertrages mit der ESA müssen wir die Verfügbarkeit aller Columbus-Systeme zu 98 Prozent garantieren, das wäre ein Spielraum von sechs bis sieben Ausfalltagen im Jahr. Aber seit 2008 haben wir gerade mal einen halben Tag verloren!" Glückwunsch! Aber wie macht man das?

Auf Erden kann ein Hausmeister oder Techniker rasch ein Birne wechseln oder die Fahrräder aus dem Flur schieben. In der ISS muss man sich oft mit Bordmitteln behelfen oder im Zweifel Ersatzteile von der Erde anfordern. Luttmann: "Erst kürzlich haben wir ein hoch auflösendes HDTV-Video-System hinaufgebracht und dann installiert." Jetzt können die Bilder der Experimente in höherer Auflösung zur Erde gefunkt werden.

Was immer für die neuen oder ausgetauschten Experimente an Geräten oder Ersatzteilen ins All transportiert wird, muss vorher in Bremen getestet werden. Dafür hat Luttmanns Team am Boden ein Abbild des Columbus-Labors aufgestellt. Hier spielen die Wissenschaftler und Astronauten alle Eventualitäten mit neuen Geräten oder Ersatzteilen quasi als Trockenübung durch, bevor die Raumfahrer im All ans Werk gehen.

Die wichtigste Ressource zwischen Himmel und Erde ist die wissenschaftliche Forschung. Die Ergebnisdaten schwirren Tag und Nacht auf einer Funkautobahn zu Boden. Zu Luttmanns Hauptaufgaben zählt es, diesen Informationsfluss zwischen Welt und Weltraum unter allen Umständen aufrechtzuerhalten.

Manchmal ist aber auch das Ingenieursteam um Luttmann mit seiner Weisheit am Ende, nämlich dann, wenn die Datenverbindung zum Orbit gekappt ist. "Dann wenden wir uns an die NASA", sagt Luttman, "sie kann per Funkbefehl die Daten sichern, dem gestörten Rechner quasi den Stecker ziehen und wir können ihn dann von Bremen aus wieder hochfahren."

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3.220 Zeichen, Autor: Christian Beneker

Pressekontakt:

Astrium

Kirsten Leung

E-Mail: kirsten.leung[at]astrium.eads.net

Erstellungsdatum: 16.04.2012